Aktueller Goldkurs

21.09.17, 10:52 Uhr (GMT)

1.079 Euro | 1.295 USD

Goldpreis – die Unterstützung hält

Auch in dieser Woche zeigte sich das Edelmetall von seiner aktiven Seite: Mit einem Sprung auf 1.140 US-Dollar je Feinunze hatte es sich aus der Handelswoche verabschiedet, um nach einer Korrektur wieder durchzustarten. Aktuell erholt sich Gold von einem Rücksetzer auf 1.222 US-Dollar je Feinunze – allerdings bleiben noch die Wirtschaftsdaten am Freitag abzuwarten.

Widersprüchliche Börsenwelt – kaum Prognosen möglich

Nach einem verhaltenen Start in die Woche konnten sich die Märkte weitgehend stabilisieren – und das vor allem, weil die US-Arbeitsmarktdaten schwächer ausfielen, als dies angenommen worden war. Das klingt schizophren? Ist es auch. Die Investoren spekulieren nun darauf, dass FED keinerlei Zinsanhebung vornehmen wird, im Gegenteil, ein weiteres QE-Programm könnte Gegenstand der Diskussionen werden. Dem Trend gab dann auch noch die EZB einen Impuls, als am Donnerstag eine neue Runde für die Niedrigzinspolitik eingeläutet wurde. Schon aus diesem Grund hat sich die Stimmung aufgehellt, sowohl der Dow Jones als auch der DAX konnten wieder etwas Boden gut machen.

Anhand dieser Entwicklung lässt sich ablesen, wie wenig China letztendlich mit dem “Schwarzen Montag” zu tun hatte. Vielmehr sind es die angeschlagenen Industrie-Nationen und die insgesamt schwächelnde Weltwirtschaft, die Börsen spiegeln nur die immer fraglicher werdende Zentral-Bank-Politik wider – Blasenbildung inbegriffen.

Gold in Lauerstellung

Natürlich empfehlen die großen Anlageberater weiterhin den Aktien- und Anleihekauf – allen Risiken zum Trotz. Das ist auch nicht verwunderlich, Banken verdienen nun einmal nicht am Gold-Verkauf, sondern an Fonds und Einzel-Werten. Allerdings hat sich das Edelmetall eindrücklich zurückgemeldet und widersteht auch den Gewinnmitnahmen. Die Unterstützungslinien liegen aktuell bei 1.125 und 1.115 US-Dollar je Feinunze, auf der anderen Seite sind Widerstände zwischen 1.144 und 1.148 US-Dollar je Feinunze zu erwarten. Mittlerweile sehen sich selbst Rohstoff-Experten außerstande, eine fundierte Prognose abzugeben: Angesichts der widersprüchlichen Reaktionen auf negative Meldungen, die wiederum Reaktionen der Zentralbanken hervorrufen könnten, lässt sich das nachvollziehen.

Interessierten sollte ein Blick auf die großen Zusammenhänge die wachsenden Risiken verdeutlichen: Griechenland wird am 20. September neu wählen, eine regierungsfähige Koalition wird immer unwahrscheinlicher – was die Voraussetzungen für das Rettungspaket wieder ins Wanken bringen könnte. Der Euro steht als Gemeinschaftswährung auf dem Prüfstand – Ausgang ungewiss. Die Zentralbanken haben ihre Munition so gut wie verschossen, viele Instrumente zur Belebung des Wirtschaftswachstums gibt es nicht mehr. Vor allem die Schwellenländer sind betroffen, sie hängen stark von den Rohstoff-Exporten ab. Die Investition in physisches Gold rückt damit immer stärker in den Fokus – zumindest für alle, die nachhaltig auf Sicherheit setzen wollen.