Aktueller Goldkurs

25.09.18, 19:10 Uhr (GMT)

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Goldpreis deutlich leichter – Spekulationen kommen auf

Die 1.300 US-Dollar für die Feinunze sind Geschichte, der Goldpreis bis knapp über 1.260 US-Dollar je Feinunze eingebrochen. Seither konnte er leicht zulegen, doch lässt diese Entwicklung auch Experten ratlos zurück. Zeit für Spekulationen.

Markt reagiert überraschend – Goldpreis gibt stark nach

Vor Wochenfrist setzte die Abwärtsbewegung im Goldpreis ein – genau zu dem Zeitpunkt, als die chinesischen Reaktionen auf die kurz vorher verkündeten US-Strafzölle bekannt wurden. Ebenso erstaunlich wie der Goldpreisverlust war das Anziehen der US-Währung: Investoren hatten kräftig US-Dollar gekauft, was auch dem Dollar-Index Auftrieb verlieh. Angesichts der Tatsache, dass die Verhängung der Strafzölle bereits seit Tagen bekannt war, wäre ein Einpreisen im Vorfeld zu erwarten gewesen. Ebenso unerklärlich war der Goldpreisverlust, denn auch die chinesischen Gegenmaßnahmen und die daraus resultierenden Eskalationen waren berechenbar.

So ist es nicht verwunderlich, dass eine ganze Reihe von Experten das Thema Preismanipulation diskutiert. Ein Blick auf die zeitliche Abfolge zeigt dann auch, dass noch am Freitag und zwar innerhalb von vier Stunden massiv Gold-Futures verkauft wurden. Bei einer derart konzentrierten Bewegung im Wert von rund 34 Milliarden US-Dollar war der Preisdruck die logische Folge – die Spekulationen auf einen fallenden Preis dürften reichlich Früchte getragen haben. Das Risiko war relativ gering, denn die FET hat naturgemäß kein Interesse an einem Anstieg des Goldpreises, würde dieser doch auf einen Vertrauensverlust in Bezug auf die Stärke der US-Wirtschaft hindeuten.

Futures-Markt als Zünglein an der Waage

Mit rund 20 Milliarden US-Dollar bewegt der Futures-Markt täglich enorme Summe, die das Volumen der täglichen Goldförderung weltweit um ein Vielfaches übersteigen. Diese beläuft sich auf 133,8 Milliarden US-Dollar pro Jahr, wird ein Goldpreis von 1.300 US-Dollar für die Feinunze angesetzt. Es liegt also auf der Hand, dass der Goldpreis weniger von der physischen Nachfrage als vielmehr vom Futures-Handel getrieben wird.

Und doch spricht vieles für ein Investment in physisches Gold, letztendlich ist das globale Umfeld alles andere als stabil: Ein weltweite Handelskrieg nimmt immer konkretere Züge an und gefährdet Weltwirtschaft sowie in der Folge den Aktienmarkt. Da die FED auch weiterhin ihre Zinsen anhebt, obwohl dies die verschuldeten US-Unternehmen und -verbraucher zusätzlich belastet, verstärkt sich die Wirkung noch. In Europa ist die italienische Krise weit weg von einer Lösung, die schon angesichts der Schulden von 2,3 Billionen Euro ausgesprochen schwierig ist. Weder ein Schuldenschnitt noch der angedrohte Euro-Austritt sind dazu beschaffen, die Wogen zu glätten. Weitere Risikofaktoren sind die Emerging Markets, deren Währungen jederzeit einbrechen und die Volkswirtschaften in den Abgrund reißen können – für Deutschland sind das immens wichtige Exportziele. Bleibt abzuwarten, ob sich diese Unsicherheiten nun auch in einem Goldpreisanstieg niederschlagen.