Aktueller Goldkurs

29.06.17, 07:33 Uhr (GMT)

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Goldpreis: Der US-Dollar als Zünglein an der Waage

Wie intensiv die Stärke der US-amerikanischen Währung den Goldpreis beeinflusst, zeigte sich eindrücklich im Verlauf dieser Woche: Allein die Aussichten auf einen schwächeren US-Dollar verteuerten das Edelmetall, sobald gute Konjunkturdaten gemeldet wurden, gab es einen kleinen Einbruch – mit positivem Ausgang.

Donald Trump prangert Währungsmanipulationen an – Goldpreis steigt

Anfang der Woche dominierten schlechte Quartalszahlen in den USA das Geschehen: Neben Exxon, Under Armour und UPS machte auch der Chicago Einkaufsmanagerindex wenig Hoffnung. Der neue US-Präsident setzte dem Ganzen noch die Krone auf, als er sich die manipulierten ausländischen Währungen thematisierte, die den US-Dollar vergleichsweise zu stark dastehen lassen. Peter Navarro, sein Berater, fasst sich konkreter, er bezeichnete den Euro gar als “unterbewertete D-Mark”, die Deutschland Vorteile einbringe – was nicht von der Hand zu weisen ist. Die mit diesen Aussagen ausgelösten Unsicherheiten sorgten für einen Anstieg des Goldpreises – die Aktien gaben hingegen nach.

US-Wirtschaft liefert gute Zahlen – Goldpreis fällt

Am Mittwoch folgten wiederum gute Zahlen zur US-Konjunktur, vor allem die ADP prognostiziert einen deutlich besseren Arbeitsmarktbericht, als zunächst erwartet wurde. Selbst der ISM-Index, der sich auf das verarbeitende Gewerbe bezieht, konnte auf den besten Wert seit mehr als zwei Jahren verweisen – der US-Dollar profitierte ebenso wie die Renditen der US-Anleihen. Klare Folge: Der Goldpreis fiel teilweise unter 1.200 US-Dollar für die Feinunze.

Die FED verstummt zum Thema Zinsanhebung – Goldpreis steigt

Noch am selben Abend setzte der Gegentrend ein: Die mit Spannung erwartete FED-Sitzung brachte nämlich nichts – nicht einmal einen vagen Hinweis darauf, wann sie denn den nächsten kleinen Schritt in Richtung höhere Zinsen zu gehen gedenkt. US-Dollar und US-Anleihen kehrten darauf hin auf die Ausgangsposition des Tages zurück, der Goldpreis legte kräftig zu. Selbst die Gold-ETFs verzeichneten einen enormen Zufluss, knapp 11 Tonnen wurden an einem Tag verzeichnet.

Die Aussichten: Anschlusskäufe können Gold weiter verteuern

Aktuell notiert das Edelmetall bei 1.223 US-Dollar je Feinunze. Kann dieses Niveau gehalten oder noch weiter verbessert werden, sind auch 1.241 US-Dollar für die Feinunze möglich. Nach unten gibt es Unterstützung bei 1.190 bzw. 1.180 US-Dollar für die Feinunze. Allerdings zieht der Euro gegenüber dem US-Dollar nochmals an und der Dow Jones ist wieder unter die 20.000-Punkte-Marke gefallen -was wiederum positiv für den Goldpreis ist. Offensichtlich überwiegt die Angst vor einem Währungskrieg, den der neue US-Präsident mit den Ländern beginnen könnte, deren schwache Währungen ihm ein Dorn im Auge sind, Deutschland und Japan zählen in jedem Fall dazu – es bleibt spannend.