Aktueller Goldkurs

17.08.18, 23:00 Uhr (GMT)

1.042 Euro | 1.187 USD

Goldpreis bleibt unter Druck: Anleger sollten globales Umfeld beobachten

Während sich viele Marktteilnehmer über den aktuellen Goldpreis von 1.206 US-Dollar für die Feinunze wundern, nutzen andere die Situation für günstige Käufe. Das könnte sich als clevere Strategie erweisen, denn am Horizont braut sich einiges zusammen.

Notenbanken im Goldrausch – nur die Bundesbank nicht

Die aktualisierte Aufstellung des World Gold Council zu den Goldbeständen der Notenbanken zeigt, dass Russland auch im Monat Juni die größten Zukäufe realisierte: Allein in diesem Monat erwarb die russische Zentralbank 15,8 Tonnen Gold, die liquiden Reserven nach dem Verkauf der US-Bonds dürften für einiges mehr ausreichen. Angesichts der neuen US-Sanktionen gegen die Russische Föderation durfte diese Reaktion erwartet werden. Auch andere Zentralbanken nutzten den niedrigen Goldpreis, um die eigenen Goldbestände aufzustocken – außer Deutschland: Die Deutsche Bundesbank veräußerte 1,2 Tonnen, was angesichts des Preisniveaus einige Fragen aufwirft.

Starker US-Dollar – realistisch oder nicht?

Der US-Dollar profitiert derzeit von der erneuten Eskalation im Handelskonflikt, die Anleger in die Sicherheit der US-Währung trieb. Von zehn auf 25 Prozent will US-Präsident Trump die Zölle auf chinesische Güter im Wert von 200 Milliarden US-Dollar erhöhen und gab eine entsprechende Prüfung in Auftrag. Chinas Reaktion ließ nicht lange auf sich warten und kündigte die Bereitschaft für Gegenmaßnahmen an. Die europäische Gemeinschaftswährung gerät immer wieder in den Strudel dieser Auseinandersetzung und verliert ebenso gegenüber dem US-Dollar wie in der Folge der Preis für Gold.

Selbst die Wirtschaftsdaten aus den USA lassen auf den ersten Blick vermuten, dass alles im grünen Bereich ist: Die Arbeitslosenquote sinkt immer weiter, der S&P500 steigt, die Inflation ist auf 2,9 Prozent gestiegen – die FED erhöht Schritt für Schritt die Zinsen. Und genau deswegen drohen massive Probleme: Die Zinserhöhungen könnten sich nämlich vor allem für private Haushalte als fatal erweisen, wie die jüngsten Daten vom US-Immobilienmarkt, der in der US-Wirtschaft von großer Bedeutung ist, zeigen. Die Häuserpreise waren in den letzten Jahren permanent gestiegen – und zwar deutlich stärker als die Löhne und Gehälter. Diese Entwicklung verstärkte sich noch, als die Hypothekenzinsen zu steigen begannen. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Daten aus diesem wichtigen Sektor weit unter den Prognosen liegen. Die Verkäufe neuer Häuser mussten für Mai deutlich nach unten korrigiert werden, der Juni brachte wiederum einen Rückgang um 5,3 Prozent, bei den Neubaubeginnen waren es sogar 12,3 Prozent, die zum Vormonat fehlen – diese Zahlen sind bereits saisonbereinigt. Die Daten gelten als Indikator für die US-Wirtschaft und sollten Anlass zur Sorge sein. Höchste Zeit, sich wieder dem sicheren Hafen Gold zuzuwenden.