Aktueller Goldkurs

24.07.17, 10:42 Uhr (GMT)

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Goldpreis bleibt stabil, Zinsen bleiben niedrig – wie geht es weiter?

Nach einem leichten Rücksetzer bewegt sich das Edelmetall derzeit um die Marke von 1.265 US-Dollar für die Feinunze, die Gewinnmitnahmen wurden somit ausgeglichen. Die Nachfrage ist ebenfalls stabil – geht es nun wieder bergauf mit dem Goldpreis?

Unterstützung hat gehalten – Goldpreis nimmt Anlauf

Nach dem Ausflug auf 1.275 US-Dollar für die Feinunze fiel Gold zwar wieder zurück, die Unterstützungslinie bei 1.260 US-Dollar je Feinunze wurde aber nicht durchbrochen. Seither geht es mit leichten Erholungstendenzen seitwärts, was nicht zuletzt der stabilen Nachfrage im asiatischen Raum geschuldet sein dürfte: Allein im ersten Quartal dieses Jahres stiegen die Käufe in China um fast 15 Prozent auf mehr als 304 Tonnen, meldet der Verband der Goldproduzenten Chinas. Im Gegenzug sank die eigene Goldproduktion jedoch um rund neun Prozent auf knapp über 101 Tonnen, sodass das Edelmetall verstärkt importiert werden musste.

Rund 191 Tonnen wurden demnach aus Hongkong eingeführt, 64 weitere Tonnen aus der Schweiz. Die Zollbehörde der Schweiz meldet aber auch für Indien höhere Importe, allein im März sind fast 121 Tonnen ausgeführt worden. Dort wird von den Schmuckherstellern im Vergleich zum Vorjahr eine um rund 30 Prozent höhere Nachfrage im Zusammenhang mit dem “Akshaya Tritiya”-Festival erwartet, Gold gilt traditionell als begehrtes und hoch angesehenes Präsent.

Einflüsse aus der Politik nicht unterschätzen – Sicherheit ist gefragt

Mario Draghi hat nach der EZB-Sitzung klar gemacht, dass er seine extreme Niedrigzinspolitik fortsetzen will – sehr zum Ärger des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble. Der Ausgang des ersten Durchgangs der Wahl zum französischen Präsidenten, der von den Beobachtern mit Erleichterung zur Kenntnis genommen wurde, hatte die Hoffnungen auf Zinsanhebungen und ein Auslaufen des Anleihekaufprogramms in absehbarer Zeit geschürt. Allerdings zeigt sich hier einmal mehr, dass eine Politik für die Gemeinschaftswährung den unterschiedlichsten Interessen gerecht werden muss: Wären höhere Zinsen für Deutschland durchaus günstig und tragbar, hätten andere EU-Volkswirtschaften damit ein enormes Problem. Die Schuldenlast würde sich erhöhen und die ohnehin strapazierten Staatshaushalte zusätzlich belasten.

So muss Deutschland weiterhin mit einer anziehenden Inflation klarkommen, ohne auf der Sparseite Zinsen erwirtschaften zu können. Insbesondere für Sparer empfiehlt sich daher ein Überdenken der Anlagestrategie: Sämtliche Geldwerte leiden massiv in dieser Konstellation, sodass unter dem Strich Vermögen schrumpfen. Aktien sind für viele private Anleger zu riskant, Immobilien als Sachwerte zu teuer. In den Fokus rückt demnach auch Gold, das in handlichen Größen erworben und unkompliziert aufbewahrt werden kann. Das Edelmetall hat sich noch immer als wertstabiles und probates Mittel gegen Inflationsverluste erwiesen.