Aktueller Goldkurs

26.04.17, 19:48 Uhr (GMT)

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Goldpreis bewegt sich abwartend seitwärts – spannendes Wochenende voraus

Nach einem Ausflug über die 1.290 US-Dollar für die Feinunze korrigierte der Goldpreis und pendelt aktuell um 1.280 US-Dollar je Feinunze. Neben einigen Merkwürdigkeiten vor dem Goldfixing fällt eine gespannte Ruhe auf: Die Wahl in Frankreich steht bevor.

Gold kann aktuell nicht vom schwachen US-Dollar profitieren

Das Edelmetall ist gefragt und das auch in Form von ETFs, die in den letzten Tagen kräftige Zuflüsse verzeichnen konnten. Trotzdem gab Gold Anfang der Woche um rund 10 US-Dollar für die Feinunze nach – und genau hier beginnen die Merkwürdigkeiten: Offenbar scheint das Goldfixing in London für einige Spekulanten ein geeigneter Zeitpunkt zu sein, um mit massiven Verkäufen Einfluss auf den Goldpreis zu nehmen. Sowohl am 18. als auch am 19. April wurden mehr als 20.000 Gold-Future-Kontrakte kurz vor dem Fixing-Termin, an dem renommierte Banken den Goldpreis für derartige Wetten feststellen, verkauft. Zufall?

Die Münznachfrage war allerdings in den USA in diesem Jahr bislang verhalten, es wurden 166.000 Unzen des Edelmetalls und damit ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum veräußert. Diese Tendenz setzte sich im April fort, im Gegensatz dazu war dies ein sehr lukrativer Monat im Vorjahr, in dieser Zeit wurden nämlich mehr als 105.000 Unzen verkauft. Eine Ursache für die Zurückhaltung könnte der gestiegene Goldpreis sein, denn allein im ersten Quartal 2017 ist ein Zuwachs von fast neun Prozent zu verzeichnen und im April nochmals um 2,5 Prozent. In anderen Ländern gestaltet sich die Entwicklung anders, in Großbritannien wurden beispielsweise in den ersten drei Monaten 2017 rund 20 Prozent mehr Goldmünzen erworben.

Wie geht es weiter mit der Europäischen Union – und Gold?

Es geht derzeit also ruhig zu, die Woche klingt mit einem stabilen Goldpreis bei 1.280 US-Dollar für die Feinunze aus. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Die erste Runde der Wahl zum französischen Präsidenten steht am Sonntag an. Die aktuellen Umfragen machen klar, dass sich vier Kandidaten für die in zwei Wochen stattfindende Stichwahl in Frage kommen. Natürlich polarisieren insbesondere Le Pen und Mélenchon mit ihren konträren Positionen – und für Beide stehen die Chancen gar nicht schlecht. Trotz solider Wirtschaftsdaten stehen die Zeichen in Frankreich auf Protest, der jüngste Anschlag in Paris dürfte diesem Trend noch Auftrieb verleihen.

Starke Preisschwankungen direkt nach der Wahl am Wochenende sind also auch bei Gold zu erwarten. Sollten sich die Anti-Establishment-Kandidaten durchsetzen, könnte es drastisch nach oben gehen, denn das Edelmetall ist nach wie vor eine sichere Bank in unsicheren Zeiten.