Aktueller Goldkurs

20.10.17, 22:59 Uhr (GMT)

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Goldpreis bei guter Nachfrage stabil in Seitwärtsbewegung

Die offiziellen Zahlen zur Goldnachfrage im ersten Halbjahr 2017 liegen nun vor, demnach drückt nur die zurückgehende ETF-Nachfrage den Goldpreis. Physisches Gold ist begehrt – vor allem die Zentralbanken haben ihre Bestände kräftig ausgebaut.

Gold- und Schmucknachfrage steigt weiter

Mit den Zahlen, die der World Gold Council (WGC) zum zweiten Quartal vorgelegt hat, bestätigt sich eine Tendenz: Im Berichtszeitraum stieg die Nachfrage bei Goldschmuck um acht Prozent auf 481 Tonnen und die nach Barren und Münzen um 13 Prozent auf 214 Tonnen. Vor allem die Zentralbanken fallen hier auf, sie kauften rund 20 Prozent mehr an physischem Gold ein, nämlich 95 Tonnen. Auch die Industrie langte kräftig zu, sie benötigte im zweiten Quartal mit 81 Tonnen rund zwei Prozent mehr.

In China wurde zwar weniger Schmuck gekauft, trotzdem nimmt das Land mit 850 bis 950 Tonnen weiterhin den ersten Rang im Goldkonsum ein. Selbst das stark aufholende Indien kann mit den erwarteten 650 bis 750 Tonnen in diesem Jahr den Vorsprung nicht aufholen. Der WGC geht davon aus, dass die globale Nachfrage nach Gold in diesem Jahr zwischen 4.200 und 4.300 Tonnen liegen wird. Damit werden die Vorjahresergebnisse um rund drei Prozent verfehlt.

Antizyklisches Verhalten bei ETFs drückt Goldpreis

Werden jedoch die goldbasierten ETFs mit in die Berechnungen einbezogen, liegt das zweite Quartal 2017 um rund zehn Prozent hinter den Vorjahreszahlen. Die ETF-Nachfrage ging nämlich um 76 Prozent auf rund 56 Tonnen zurück. Damit wurden Millionen aus den Goldfonds abgezogen, was Experten auf die besondere Vorjahressituation zurückführen: Das unerwartete Votum der Briten für einen Brexit hatte viele Anleger dazu bewogen, ihr Vermögen in sichere Häfen zu transferieren. Nach der ersten großen Angst scheint nun wieder Gelassenheit eingekehrt zu sein: Bislang ist ja noch gar nichts passiert, Großbritannien hat im März zwar den Austritt offiziell erklärt, aber die Verhandlungen werden sich noch knapp zwei Jahre hinziehen.

Andere Signale sollten Investoren aber aufmerksam machen: Der Dow Jones beeindruckte wieder mit seiner Performance, eroberte er doch die Marke von 22.000 Punkten. Ein Blick auf die Details zeigt jedoch: Der Anstieg ist allein einem Wert geschuldet – nämlich Apple. Insbesondere die Branchen, die einst vom Trump-Hype profitiert hatten, liegen allesamt im Minus. Der Euro bringt derzeit mehr als 1,18 US-Dollar auf die Waage – allesamt stehen die Vorzeichen für die US-Wirtschaft vielleicht noch nicht auf Sturm, der Gegenwind nimmt jedoch zu. Den relativ günstigen Goldpreis jetzt auszunutzen, könnte sich in puncto Sicherheit als nachhaltige Strategie erweisen.