Aktueller Goldkurs

23.10.18, 18:22 Uhr (GMT)

1.074 Euro | 1.233 USD

Goldpreis – Ausbruch zunächst beendet?

Es sah so gut aus für das Edelmetall, bevor am Freitag der Trend nach oben gestoppt wurde: Mit 1.179 US-Dollar für die Feinunze konnte Gold die Rücksetzer, die offensichtlich durch Gewinnmitnahmen ausgelöst wurden, gut ausgleichen – bevor der Goldpreis innerhalb einer Stunde auf 1.161 US-Dollar durchsackte. Der Widerstand erwies sich als zu stark, allerdings ist die Hoffnung noch nicht verloren.

Die Gold-Charts – wichtige Kennziffern

Sollte sich das Edelmetall wieder sukzessive an die 1.170 US-Dollar für die Feinunze herantasten, steht einem Anstieg auf zunächst 1.174 und in der Folge 1.180 bis 1.190 US-Dollar je Feinunze nicht mehr viel im Wege. Wird allerdings das letzte Tief unterschritten, kann es auch bis auf 1.150 US-Dollar nach unten gehen. Es bleibt also spannend, da der generelle Aufwärtstrend, der sich seit Anfang Oktober verzeichnen lässt, getestet wird. Die entscheidende Rolle werden – wieder einmal – die Notenbanken spielen.

Woche mit wichtigen Terminen – Spannung für Gold

Zunächst hat die EZB dem Edelmetall einen Strich durch die Rechnung gemacht: Nicht nur die Ankündigung, dass eine zusätzliche Lockerung der Geldpolitik noch für 2015 zu erwarten sei, schickte den Euro im Verhältnis zum US-Dollar auf Talfahrt, auch die People’s Bank of China senkte am Freitag die Zinsen. Gold geriet also gleich von mehreren Seiten unter Druck, der sich in dieser Woche noch verstärken könnte. Die FED wird am 27. und 28. Oktober tagen, allerdings keine Pressekonferenz, sondern zur ein Statement abgeben. Experten erwarten nichts Spektakuläres, auch wenn eventuell noch im Dezember die Zinsen erhöht werden könnten. Aktuell gehen die Interpretationen der US-Wirtschaftsdaten jedoch weit auseinander, eine klare Positionierung kann derzeit nicht ausgemacht werden. Wichtiger könnte sich jedoch ein anderer Umstand erweisen: Die USA sehen sich wieder mit der Schuldenobergrenze, die derzeit bei 18,1 Billionen US-Dollar liegt, konfrontiert. Wie Jacob Lew, der US-Finanzminister, vor einiger Zeit berechnet hatte, könnten die Mittel am 3. November bereits ausgeschöpft sein. Vor diesem Hintergrund ist eine Zinsanhebung eher unwahrscheinlich.

Darüber hinaus werden in dieser Woche weitere wichtige Zahlen erwartet, die von den Analysten zur Einschätzung der US-Wirtschaft genau unter die Lupe genommen werden müssen. Insbesondere Goldhändler werden sich mit diesen Daten befassen, hängt doch von der potenziellen Zinsanhebung auch die Prognose für das Edelmetall ab. Für Anleger heißt es nun, zum einen den aktuellen Kursverlauf zu beobachten: Kann sich das Edelmetall vom jüngsten Einbruch erholen, stehen die Chancen für einen weiteren Anstieg sehr gut. Hebt die FED aber die Zinsen an, ist Vorsicht geboten.