Aktueller Goldkurs

16.08.17, 19:38 Uhr (GMT)

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Goldpreis auf der Überholspur – Strohfeuer oder Suche nach Sicherheit?

Nach mehr als zwei Wochen, den sich der Goldpreis in einer überschaubaren Range seitwärts bewegte, scheint es nun zum lange erwarteten Ausbruch zu kommen: Mit aktuell 1.254 US-Dollar für die Feinunze konnte sich das Edelmetall eindrucksvoll zurückmelden. Ob dieser Anstieg von Dauer ist, bleibt abzuwarten.

Von der FED nichts Neues – Goldpreis bricht nach oben aus

Trotz neuer Rekorde beim Dow Jones schwingt sich das Edelmetall auf, die bisherige Range zu verlassen: Nach einem ersten zaghaften Antesten der Marke von 1.240 US-Dollar je Feinunze kam am Donnerstag der Durchbruch, der den Goldpreis sogar auf mehr als 1.250 US-Dollar je Feinunze ansteigen lässt. Kurzfristige Rücksetzer müssen aber schon wegen der wahrscheinlichen Gewinnmitnahmen einkalkuliert werden, der Aufwärtstrend wird also geprüft.

Zu dieser Entwicklung dürfte vor allem die FED beigetragen hat – indem Sie nichts Relevantes vermeldete. Sollte sich die US-Konjunktur weiterhin ebenso positiv entwickeln wie die Inflation, könnte es vielleicht in absehbarer Zeit die nächste Mini-Zinsanhebung geben. Ob und wann genau – konkrete Hinweise blieb die FED schuldig, im Gegenteil, sie verwies auf die vielfältigen Unsicherheitsfaktoren, die nicht zuletzt auf die Initiativen und Ankündigungen der neuen US-Regierung zurückgehen. Der US-Dollar ist nach wie vor stark, was gegen eine Zinsanhebung spricht. Der FED Fund Futures weist demnach auch nur eine Wahrscheinlichkeit von 36 Prozent für den März aus – für Juni immerhin 77 Prozent, allerdings ohne Gewähr.

Jim Rickards: Extreme Finanzmarkt-Krise wird Goldpreis nach oben treiben

In eine ganz andere Richtung argumentiert aktuell Jim Rickards: Als US-Autor und Finanzexperte hat sich Jim Rickards Renommee erworben. Aktuell warnt er vor einer extremen Krise, die den Finanzmarkt in einem Ausmaß treffen wird, die alles bisher Erlebte in den Schatten stellen soll. Wegen der expansiven Geldpolitik, die die Notenbanken in den vergangenen Jahren praktiziert haben, könnten diese nun nicht mehr auf Verwerfungen reagieren: Noch mehr Geld zu drucken, kommt nicht mehr in Frage, was das gesamte System inklusive den Banken lähmen wird – spätestens im Jahr 2018.

Rickards geht davon aus, dass Edelmetalle die dann wertlos gewordenen Banknoten ersetzen müsse, also als Ersatzwährung zum Einsatz kämen. Logischerweise sollte es dazu in physischer Form vorhanden sein. Rickards rät also allen Anlegern, sich rechtzeitig mit Gold und Silber in kleinen Stückelungen einzudecken. Diese sollten jedoch nicht in einer Bank oder in einem Schließfach gelagert werden, sichere Alternativen sind gefragt. Schon diese Nachfrage dürfte die Preise extrem nach oben treiben, Rickards geht von 10.000 US-Dollar je Feinunze Gold und mehr aus.