Aktueller Goldkurs

19.01.18, 12:34 Uhr (GMT)

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Goldpreis auf Abwegen

Derzeit geht das Edelmetall eigene Wege, alle bislang bekannten Regeln sind scheinbar außer Kraft, führt die “Welt” in ihrer Online-Ausgabe vom 19. 8.2014 aus – die derzeitigen Kapriolen geben dem Finanzredakteur des Blattes auf den ersten Blick Recht. Allerdings darf gerade bei Gold die lange Sicht nicht außer Acht gelassen werden.

FED gibt Zins-Entwarnung – Goldpreis gibt nach

Die immer nervöser auf Nachrichten aus Wirtschaft und Politik reagierenden Börsen waren zunächst erleichtert, als die US-Notenbank einerseits die Zinsanhebung bis auf Weiteres verschoben hat und andererseits das Ende der massiven Unterstützungskäufe verkündete. Der Euro und Gold gerieten unter Druck, der sich zuletzt noch einmal verstärkte: Von 1.233 US-Dollar je Feinunze sackte der Preis teilweise unter 1.200 US-Dollar, obwohl die Wirtschaftsaussichten keineswegs so rosig ausfielen, wie die Aktienkurse dies darstellen. Die Ausschläge dürften also auch in der nächsten Zeit deutlich ausfallen, wenn der Goldpreis nicht unter Linie von 1.190 US-Dollar je Feinunze rutscht.

Gold im Zusammenspiel mit Wirtschaft und Politik

Als Inflationsschutz wird das Edelmetall derzeit vor allem im Euro-Raum nicht benötigt, denn es müssen trotz aller Bemühungen der EZB weiterhin deflationäre Tendenzen verzeichnet werden. Die Folgen wären fatal, nicht zuletzt deswegen wird die Europäische Zentralbank in der nächsten Zeit massiv in die Märkte eingreifen. Ob Anfang des nächsten Jahres auch Unternehmensanleihen auf der Einkaufsliste der Notenbank stehen, bleibt noch abzuwarten. Allerdings könnte der 30. November ein wichtiges Datum für alle Gold-Investoren werden, denn die dann anstehende Volksabstimmung in der Schweiz befasst sich mit den Goldreserven der Schweizer Nationalbank (SNB): Die Initiative sieht vor, dass die SNB innerhalb der nächsten fünf Jahre ihre Reserven auf 20 Prozent der Bilanzssume aufstocken soll. Das hieße unter dem Strich, dass die Währungshüter rund 1.500 Tonnen Gold aufkaufen müssten. Experten sehen hier das Potenzial für einen Preisanstieg um 100 US-Dollar je Feinunze, selbst wenn die Käufe auf mehrere Jahre verteilt werden.

Eine Investition auf lange Sicht

Auch wenn der Goldpreis aktuell wieder nachgegeben hat, lohnt sich doch ein Blick auf die langfristige Entwicklung: Im Jahr 2001 kostete die Feinunze rund 279 US-Dollar. Selbst wenn das aktuelle Niveau um 1.200 US-Dollar gehalten wird, beträgt der Wertzuwachs in diesem Zeitraum mehr als 430 Prozent. Oder anders ausgedrückt: Wer für 10.000 Euro Gold gekauft hat, verfügt heute über ein Vermögen von 43.000 Euro und eine ganze Portion Sicherheit. Welche andere Geldanlage kann das von sich behaupten? Das Potenzial nach oben wird zwar unterschiedlich eingeschätzt, aber es ist durchaus vorhanden.