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19.01.18, 12:28 Uhr (GMT)

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Physisches Gold: Nachfrage in Europa zieht deutlich an

Die Unsicherheit über den Ausgang der Krisen in Griechenland und der Ukraine treibt europäische Anleger verstärkt zu Investments in Gold. So verzeichnen Goldhändler einen deutlichen Anstieg beim Absatz in Deutschland, Spanien und Frankreich. Auch britische Anleger greifen vermehrt zu ? allerdings aus einem anderen Grund.

“Für deutsche Anleger sind Sicherheit und Werterhalt traditionell sehr wichtige Kriterien bei der Anlageentscheidung”, sagt Daniel Marburger, Director der CoinInvest GmbH. Angesichts der schwelenden Euro-Krise legten sie ihr Geld deswegen vermehrt in der “Krisenwährung” Gold an. Schon im Vorfeld der Wahl in Griechenland sei der Absatz in Deutschland deutlich gestiegen. Im Januar legte der Umsatz in Unzen gegenüber dem Vorjahresmonat um 30 Prozent zu. Derzeit habe sich die Nachfrage in der Bundesrepublik auf einem hohen Niveau konsolidiert.

Aber nicht nur deutsche Anleger setzen auf den “sicheren Hafen” Gold. Die Märkte in Frankreich und Spanien stechen derzeit ebenfalls hervor, wo Marburger einen steigenden Absatz und einen hohen Anteil von Neukunden verzeichnet. Auch hier scheint die anhaltende politische Unsicherheit eine wesentliche Rolle bei der Entscheidung für das Investment in Gold zu spielen. Gleiches gilt für Griechenland, wo sich der Umsatz in der Woche nach der Wahl vom 26. Januar verzehnfacht hatte. Aktuell sei er mit rund 400.000 Euro pro Woche noch immer doppelt so hoch wie im Durchschnitt.

Eine Vielzahl von neuen Kunden registrieren Goldhändler auch aus den an Russland angrenzenden Ländern. Spitzenreiter sind hier die Euro-Länder Litauen und Estland, wobei die Krise in der Ukraine aufgrund der geografischen Nähe eine wesentlich größere Rolle spielen dürfte als in Mittel- und Südeuropa. “Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage in Europa aufgrund der anhaltenden politischen Unsicherheiten hoch bleibt”, sagt Marburger.

In Großbritannien verzeichnet der Internet-Goldhändler derzeit ebenfalls ein “sehr gutes” Geschäft. Hier gilt die Krise auf dem Kontinent jedoch weniger als Auslöser für die gestiegene Nachfrage, erläutert Marburger: “Aufgrund des starken Pfunds ist Gold hier noch immer günstiger in Landeswährung zu erwerben als in den Euro-Ländern, da das Edelmetall in US-Dollar gehandelt wird.”

Die Anleger fragen derzeit verstärkt Münzen nach, die in der Summe rund 80 Prozent des Absatzes ausmachen. Das Gold Maple Leaf (Kanada), das Gold Känguru (Australien) und der Sovereign in Gold (Großbritannien) seien dabei besonders beliebt.