Aktueller Goldkurs

18.01.17, 19:04 Uhr (GMT)

1.137 Euro | 1.212 USD

Goldnachfrage in China zieht wieder an – der Goldpreis geht mit

Der Rücksetzer auf 1.215 US-Dollar je Feinunze zu Beginn der Woche kann im Rückblick als tiefes Durchatmen gesehen werden: Kontinuierlich und allen Gewinnmitnahmen zum Trotz arbeitete sich der Goldpreis nach oben. Aktuell notiert das Edelmetall bei 1.262 US-Dollar für die Feinunze, damit wird die große Aufwärtsbewegung bestätigt.

Goldpreis – war das schon der Befreiungsschlag?

Waren die Charts gestern noch von einer abwartenden Haltung geprägt, die keine klare Tendenz erkennen ließ, machte das Edelmetall in den letzten Stunden einen bemerkenswerten Satz nach oben: Der Ausbruch über die 1.250 US-Dollar könnte ein wichtiges Signal sein, zumal auch die nächste Marke bei 1.264 US-Dollar nicht mehr so weit entfernt ist. Sollte eine Gegenbewegung einsetzen, liegt das Augenmerk bei 1.234 US-Dollar, bei deren Unterschreiten ein weiterer Test nach unten beginnen könnte. Allerdings zieht die Nachfrage an, was dem Edelmetall ganz offensichtlich Flügel verleiht.

Umsatzzahlen für Gold steigen

Die Shanghai Gold Exchange meldete in den letzten Tage sukzessive ansteigende Umsatzzahlen, allein am Donnerstag gingen 31.000 kg des Edelmetalls in Form von Ein-Kilo-Barren über den imaginären Ladentisch – das ist eine Steigerung von rund 40 Prozent im Vergleich zum durchschnittlichen Tagesumsatz in der Vorwoche. Vor dem Hintergrund der zeitweiligen Engpässe in London, die vor Wochenfrist für Aufregung sorgten, entwickelt sich hier ein positives Szenario für Gold: Die wachsende Nachfrage dürfte physisches Gold so nach und nach in lange nicht mehr gesehene Höhen treiben.

Krisen und Konflikte prägen das Bild

Verwunderlich ist diese Entwicklung nicht, denn die Nachrichten verheißen derzeit nichts Beruhigendes: Die EU steht vor einer Zerreißprobe, sollte sie es nicht schaffen, die Flüchtlingsströme gemeinsam aufzufangen und sich endlich konstruktiv der Bekämpfung der Fluchtursachen zu widmen. Die aktuellen Zustände in Griechenland und auf dem Balkan sind nicht nur aus humanitärer Sicht eine Katastrophe, sie offenbaren den tiefen Riss, der mitten durch die Gemeinschaft geht. Gleichzeitig sollte nicht unterschätzt werden, dass weitere Millionen Schutzsuchende in der Türkei, im Libanon und in Jordanien warten – von den Klimaflüchtlingen, die in den nächsten Jahrzehnten wahrscheinlich den afrikanischen Kontinent verlassen werden, ganz abgesehen.

Aber auch ein Blick auf die Wirtschaft gibt keinen Grund zur Entspannung: Der Exportrückgang im Maschinenbau ist ebenso drastisch wie die Probleme, die die deutsche Landwirtschaft wegen der Sanktionen gegen Russland zu stemmen hat. Die USA haben Frankreich als wichtigster Handelspartner Deutschlands abgelöst, was nur bedingt Grund zur Freude sein kann: Das Beispiel VW zeigt, dass das Eis auf diesem Markt sehr dünn ist.