Aktueller Goldkurs

16.11.18, 21:52 Uhr (GMT)

1.077 Euro | 1.222 USD

Goldige Aussichten ab 2016?

Der Goldpreis verdeutlicht aktuell einmal mehr die Bedeutung des Wortes “eigentlich”: Eigentlich ist alles angerichtet, um eine Gold-Rallye auszulösen. Nun folgt das obligatorische “aber” – es fehlen klare Impulse, selbst die Gold-ETFs weisen aktuell einen rekordverdächtigen Tiefststand auf. Trotzdem prognostizieren die Experten der HSBC eine kräftige Erholung in den kommenden Jahren.

US-Dollar stärker als alle Krisen-Szenarien

Weder der Terror in Europa, noch die Krisen im Nahen und Mittleren Osten oder die wirtschaftlichen Unsicherheiten konnten den Goldpreis beflügeln. Was bislang immer zu einem Anwachsen der Nachfrage geführt hatte, bleibt nun ohne jegliche Wirkung – im Gegenteil. Der Goldpreis hat erneut nachgegeben, aktuell notiert er um 1.068 US-Dollar für die Feinunze. Im Gegenzug mehren sich die Spekulationen um ein weiteres Erstarken der US-amerikanischen Währung, eine Parität zum Euro wird nicht mehr ausgeschlossen. Nicht zuletzt die enormen Auswirkungen des Abgas-Skandals, der vollkommene überzogene Dimensionen angenommen hat, dürften dazu beigetragen haben. Die Daten vom US-Arbeitsmarkt hingegen taugen bei aller Euphorie und dem kritischen Blick hinter die Kulissen nicht dafür, der US-Wirtschaft ein positives Zeugnis auszustellen. Trotzdem ist die psychologische Wirkung nicht zu unterschätzen, wie sich aktuell am Goldpreis ablesen lässt.

Die Charts im Stand-by-Modus

Konnte Gold in den letzten Tagen die Marke von 1.080 US-Dollar für die Feinunze knacken, folgte die Ernüchterung auf dem Fuß. Aktuell lassen die fehlenden Impulse auch nur eine Seitwärtsbewegung erwarten, erst bei einem Anstieg auf zunächst 1.088 US-Dollar und in der Folge 1.100 US-Dollar je Feinunze sollte wieder Hoffnung aufkeimen. Sackt der Goldpreis jedoch wieder auf neue Tiefststände durch, stehen sogar 1.000 US-Dollar je Feinunze zur Debatte.

Prognosen für 2016 und 2017 – HSBC sieht kräftige Zuwächse

Mit durchschnittlichen 1.205 US-Dollar für die Feinunze in 2016 und 1.300 US-Dollar je Feinunze für 2017 lehnen sich die Experten von HSBC weit aus dem Fenster. Zwar würde es durchaus einige Zeit brauchen, bis die Erholung einsetzen könnte, allerdings führen die Rohstoff-Experten plausible Gründe ins Feld: Zum einen erwarten sie eine Erstarkung der Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar, sehen eine solide Nachfrage aus den Emerging Markets und die Wiederbelebung der börsennotierten und mit dem Edelmetall hinterlegten ETFs. Nachdem sie nun eine Bodenbildung bei der Nachfrage aus den Emerging Markets ausgemacht haben, erwarten sie eine steigende Nachfrage aus China und Indien – wozu letztendlich auch der niedrige Goldpreis beiträgt: Je weiter dieser fällt, desto mehr wird gekauft. Zweifel meldet die HSBC an der FED-Zinspolitik an – hier könnte es durchaus einen Rückzieher und damit einen kräftigen Impuls für Gold geben.