Aktueller Goldkurs

28.05.18, 10:45 Uhr (GMT)

1.111 Euro | 1.297 USD

Gold weiter seitwärts – Chance auf Ausbruch nach oben noch nicht vorbei

Der Goldpreis konnte den Elan vom Wochenbeginn nicht ausnutzen, auch wenn er immer wieder den wichtigen Widerstand bei 1.355 US-Dollar je Feinunze anpeilt. Auf der anderen Seite fällt der Preis auch nicht drastisch ab – es bleibt spannend.

Goldpreis bleibt im Kanal – eindeutige Trends nicht absehbar

In der vergangenen Woche blieb das Edelmetall in einen Seitwärtskanal und bewegte sich zwischen 1.338 und knapp 1.355 US-Dollar je Feinunze. Dabei fehlen die entscheidenden Impulse – und zwar in beiden Richtungen: Fällt der Goldpreis, fängt er sich relativ schnell weder, aber auch bei den Aufwärtsbewegungen ist dies der Fall. Der Widerstand bei 1.355 US-Dollar je Feinunze hat sich bislang als zu kräftig erwiesen, als dass das Edelmetall diesen hätte nehmen können. Gründe dafür gäbe es triftige, allerdings scheinen die Bedenken der Marktteilnehmer nicht allzu groß zu sein.

Krisen, Konflikte und Handelskriege – Gold kann (noch) nicht profitieren

Die Frage nach dem Einsatz von Chemiewaffen war noch nicht beantwortet, als die Vergeltungsmaßnahmen bereits in Gang gesetzt wurden – Syrien wurde wieder von zahlreichen Bomben getroffen, die die Situation keineswegs bereinigen können. Dieser Konflikt geht weit über die syrischen Grenzen hinaus und ist ebenso weit von einer Beilegung entfernt wie der Skripal-Vorfall, zu dem widersprüchliche Aussagen und Informationen im Raum stehen. Auf der anderen Seite verweigert die EU den USA Zugeständnisse und besteht weiterhin auf bedingungslose Ausnahmen von den Importzöllen, die die USA auf Aluminium und Stahl verhängt haben. Ebenso betroffen ist Japan, das keine Einigung zu den gewünschten Ausnahmeregelungen mit den USA erzielen konnte. Hier zeichnen sich drastische Verwerfungen ab, deren Folgen sich noch gar nicht überblicken lassen.

Neben den politischen Konflikten und Handelskriegen gelten insbesondere die geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken als wichtiger Einflussfaktor auf den Goldpreis. Offenbar trifft dies aber auf die angekündigten Zinsschritte der FED nicht zu. Die vier Anhebungen innerhalb der letzten 16 Monate haben sich kaum auf die Preisentwicklung ausgewirkt, was auf eine einfache Tatsache zurückzuführen ist: Ausschlaggebend ist nämlich nicht der Nominal-, sondern der Realzins – also die Zinsentwicklung unter Berücksichtigung der Inflation. Gleichzeitig darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass ansteigende Zinsen die hoch verschuldeten Staaten die Schuldentragfähigkeit außerordentlich strapazieren dürften – ein weiteres Argument pro Gold-Investment.

Gold: Steigende Nachfrage, sinkende Produktionsmenge

Wie aktuelle Zahlen der chinesischen Goldproduktion zeigen, ist die Menge im ersten Quartal auf 98,2 Tonnen und damit um fast drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Die aufklaffende Nachfragelücke von 187 Tonnen wurde durch Importe geschlossen. Es deuten sich also durchaus Bewegungen ab, von denen Gold-Anleger in Zukunft profitieren könnten.