Aktueller Goldkurs

25.09.18, 23:02 Uhr (GMT)

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Gold über 1.300 US-Dollar je Feinunze: Schlägt jetzt die Stunde des Edelmetalls?

Pünktlich zum Jahreswechsel übersprang der Goldpreis die wichtige Linie bei 1.300 US-Dollar für die Feinunze und lässt sich bislang nicht bremsen. Gestützt wird der Optimismus von einer anziehenden Nachfrage.

Starker Jahresbeginn: Gold profitiert von schwachem US-Dollar

Schritt für Schritt arbeitete sich der Goldpreis über die wichtige Widerstandszone um 1.300 US-Dollar je Feinunze hinaus, was nicht zuletzt einem Euro/US-Dollar-Kurs von mehr als 1,20 geschuldet sein dürfte. Selbst die Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls der FED konnte nicht viel daran ändern, der Rücksetzer auf 1.310 US-Dollar je Feinunze war kurzer Natur. Die von den Mitgliedern des Offenmarktausschusses befürwortete graduelle Zinsanhebung sollte wenig Einfluss auf den Goldpreis haben, muss doch die Inflationsrate zunächst erst einmal anziehen. Angesichts des sich einengenden Arbeitsmarktes spekuliert die FED nämlich auf höhere Löhne, die die Teuerungsrate befeuern könnten. Die Realzinsen würden somit niedriger ausfallen, was sich in der Vergangenheit oft genug positiv für das Edelmetall ausgewirkt hat.

Starke Nachfrage in 2017 – Gold auch in Deutschland beliebt

Wie die Deutsche Börse mitteilte, waren die Deutschen im Jahr 2017 ausgesprochen kauffreudig: Die Bestände der Deutschen Börse sind innerhalb der letzten zwölf Monate auf 175 Tonnen gestiegen – das ist ein Zuwachs von knapp 50 Prozent. Diese Entwicklung fußt darauf, dass die für die verkauften XETRA-Gold-ETCs eine entsprechende Position physischen Goldes von der Deutschen Börse hinterlegt wird. Für jeden Anteilsschein landet so ein Gramm Gold in den Tresoren. Diese Form des Investments nutzen nicht nur die institutionellen Investoren, sondern auch Vermögensverwalter und private Anleger.

Auch in Indien wurde im letzten Jahr wieder mehr Gold gekauft: Nach Thomson Reuters GFMS stiegen die Goldimporte 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 67 Prozent auf 855 Tonnen. Dafür zeichnete einerseits die Schmuckindustrie verantwortlich, andererseits aber auch die ländliche Bevölkerung, die von einer guten Monsunsaison profitieren konnte. Darüber hinaus traten vor allem die Zentralbanken von Russland, China und anderen Schwellenländern, wie zum Beispiel der Türkei, als Nettokäufer von physischem Gold auf.

Wichtiger Indikator für Goldpreis: US-Konjunktur

Angesichts dieser Stabilisierung ist es nicht verwunderlich, dass einige Experten für das neue Jahr einen Preisanstieg auf 1.450 bis 1.500 US-Dollar je Feinunze für möglich halten. Als Indikator empfiehlt sich demnach die US-Konjunktur: Erweist sich diese nämlich als schwächer als angenommen, muss die FED reagieren, nämlich mit Zinssenkungen und eventuell einem neuen QE-Programm. Dann könnte die Stunde des Goldes schlagen – aber auch so stehen die Chancen nicht schlecht, dass sich das Edelmetall deutlich von der Widerstandszone bei 1.300 US-Dollar je Feinunze absetzt.