Aktueller Goldkurs

27.06.17, 17:37 Uhr (GMT)

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Gold: Rücksetzer als günstige Gelegenheit zum Kauf nutzen

Er kämpft, der Goldpreis: Die 1.220 US-Dollar für die Feinunze erweisen sich als starke Unterstützung, die die Abwärtsbewegung effektiv gebremst hat. Wie geht es aber weiter mit dem Edelmetall? Die Prognosen sind widersprüchlich, Experten bleiben aber positiv gestimmt.

Weitere Korrektur im Goldpreis – Unterstützung bislang stabil

Von 1.280 auf 1.220 US-Dollar für die Feinunze und kurzfristig auch darunter – der Goldpreis musste in den letzten Wochen ordentlich Federn lassen. Trotzdem war die Entwicklung für 2016 so nicht vorhergesehen worden, allein der Gewinn zu Jahresanfang versetzte Experten in Erstaunen. Die Ursachen dürften natürlich auch im wider Erwarten schlechten Start der US-Wirtschaft in das neue Jahr zu suchen sein, der natürlich auch auf die Verzögerungen bei der Zinsanhebung der FED bewirkt hat. Genau dieser Punkt setzt das Edelmetall aktuell unter Druck: Die FED will im Juni ernst machen, die Anzeichen für eine, wenn auch nur geringe, Anhebung der Zinsen vermehren sich – ohne jedoch eine stabile Grundlage zu haben.

Nun zieht die EZB sogar nach und lässt erste Andeutungen verlauten, dass auch die Nullzinspolitik im Euro-Raum bald ein Ende haben könnten. Woher dieser Optimismus kommt, lässt sich nicht genau feststellen – bislang sind es auch nur vereinzelte Stimmen, die wohl eher als das berühmte Pfeifen im Walde eingeschätzt zu werten sind. Die wirtschaftliche Situation im Euro-Raum ist alles andere als optimistisch, nicht zuletzt die Abgasskandale, aber auch die Russland-Sanktionen sorgen für eingetrübte Erwartungen. Darüber hinaus steht mit Griechenland ein Dauerbrenner im Fokus, auch wenn sich die Beteiligten wohl auf eine Lösung geeinigt haben: Die zugesagten Mittel dürften angesichts der Situation im Lande sofort weg sein, sie werden ohnehin nur zur Tilgung bereits bestehender Verbindlichkeiten eingesetzt – der europäische Steuerzahler wird es schon verkraften.

Goldpreis zwischen Angebot und Nachfrage

Für Gold kann allerdings eine stabile Nachfrage verzeichnet werden – sowohl in physischer Form als auch als Spekulationsobjekt. Allein China und Indien werden in diesem Jahr wohl 2.000 Tonnen des Edelmetalls aufkaufen, was rund zwei Drittel der jährlichen Minenproduktion ausmacht. Darüber hinaus erfreuen sich Goldbarren zunehmend auch bei privaten Anlegern großer Beliebtheit – angesichts der immer weniger vorhersehbaren Märkte ist das kein Wunder.

Können die 1.220 US-Dollar für die Feinunze gehalten werden, dürfte sich die Situation im Goldpreis auch schnell wieder etwas entspannen. Eine Entwarnung kann aber erst ab 1.250 US-Dollar gegeben werden. Im Gegenzug ist allerdings auch eine Korrektur bis auf 1.200 US-Dollar je Feinunze möglich – trotzdem empfehlen die UBS-Rohstoff-Experten ein Investment, denn der Goldpreis soll wieder kräftig steigen.