Aktueller Goldkurs

25.05.18, 19:29 Uhr (GMT)

1.117 Euro | 1.304 USD

Gold profitiert: US-Konjunktur drückt weiter auf den Dollar

Mit 1.344 US-Dollar für die Feinunze markierte der Goldpreis zu Beginn dieser Handelswoche ein Vier-Monats-Hoch, was naturgemäß zu Gewinnmitnahmen animierte. Angesichts der im Verhältnis zum Euro schwachen US-Währung eröffnet sich ein interessantes Potenzial.

Starker Goldpreis mit Luft nach oben

Die Parallelen drängen sich geradezu auf: Während Gold trotz des durch realisierte Gewinne korrigierten Preises von aktuell 1.334 US-Dollar für die Feinunze weiter nach oben drängt, bleibt der US-Dollar unter Druck. Derzeit bringt ein Euro 1,227 US-Dollar auf die Waage, der Dollar-Index fiel mit 91 Punkten auf den seit Anfang September 2017 niedrigsten Stand. Da dieser Index den Wert des US-Dollars im Verhältnis zu sechs großen Währungen beziffert, ist diese Kennzahl durchaus ernst zu nehmen, bezieht sich die Schwäche des Greenback doch nicht nur auf den Euro.

Goldpreistreiber: US-Schulden und hohe Aktienkurse

Ein wichtiger Impuls dürfte von der Verschuldung in den USA ausgehen, wieder steht der Government Shutdown bevor, sollten Republikaner und Demokraten keine Einigung zum neuen Haushalt erzielen können. In der Folge müssten Behörden schließen, der Staat käme über weite Teile zum Erliegen. Auch der Devisenmarkt nimmt mittlerweile die steigenden US-Schulden wahr, zumal die Verbindlichkeiten auf der Bundesebene bereits 22 Billionen US-Dollar übersteigen. Hinzu kommen die Kosten der Steuerreform, die auf rund 1,4 Billionen US-Dollar beziffert werden. Nicht umsonst hat mit Dagong die chinesische Ratingagentur Die Bewertung der US-Staatsanleihen von einst A- auf BBB+ herab gestuft – und damit auf ein Niveau wie Peru, Turkmenistan und Kolumbien gestellt. Angesichts dieser Maßnahme erscheint die nach wie vor deutlich bessere Einstufung von westlichen Ratingagenturen dann doch fraglich.

Auswirkungen auf die Aktienmärkte werden erwartet, der Dow Jones gab bereits leicht nach, die US-Konjunkturdaten litten nicht nur unter dem schlechten Wetter. Drastische Korrekturen sind also jederzeit möglich, zumal sich die Aktienkurse auf einem sehr hohen Kurs bewegen und einige Experten hier eine Überhitzung sehen. Auch diese zunehmenden Unsicherheiten dürften den Goldpreis beflügeln, ziehen sich Investoren wieder verstärkt in das Edelmetall zurück. Insbesondere mit einem starken Euro lassen sich nämlich Goldbestände relativ günstig ausbauen.

Weitere Aussichten: Euro im Blick behalten

Auch wenn der Euro sich vermeintlich stark geriert, spielt hier wohl eher die Schwäche der US-Währung die entscheidende Rolle. Es bleibt nun abzuwarten, ob die EZB mit einer angekündigten Straffung ihrer Geldpolitik der Entwicklung das Wasser abgräbt. Aktuell gehen die Analysten davon aus, dass der Euro durchaus auf bis zu 1,25 im Verhältnis zum US-Dollar steigen könnte – was nicht zuletzt den Goldpreis weiter stabilisieren würde.