Aktueller Goldkurs

19.06.18, 14:11 Uhr (GMT)

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Gold – Potenzial für kräftigen Aufwärtsschub

Wie vermutet konnte sich das Edelmetall in den letzten Tagen deutlich erholen, die enormen Einbrüche an den Aktienbörsen verstärkten den Bedarf an Sicherheit. Für die kommenden Wochen zeichnet sich außerdem traditionell eine größere Nachfrage ab.

Börsenrutsch – kein Index war sicher

Bereits Mitte der Woche begann der Trend zu kräftigen Korrekturen an den weltweiten Aktienbörsen, die zunehmend unter den enttäuschenden Wirtschaftsdaten zu leiden haben. Der Dow Jones fiel unter die 16.000-Punkte-Grenze, der DAX musste einen Einbruch unter 8.400 Punkte hinnehmen und auch der EUROSTOXX 50 sackte kräftig durch. Noch schlimmer traf es Griechenland, die Börse gab zwischenzeitlich um zehn Prozent nach, konnte dann aber auf ein Minus von sechs Prozent wieder aufholen. Die Notenbanken bemühen sich zwar redlich, mit der Aussicht auf weiterhin extrem billiges Geld die Märkte zu beruhigen, es bleibt allerdings abzuwarten, wie nachhaltig dieser Effekt sein wird.

Gold konnte sich im Gegenzug stabilisieren, notierte es am Montag noch weit unter 1.230 US-Dollar je Feinunze, konnte es zwischenzeitlich sogar die 1.245 US-Dollar-Grenze reißen. Aktuell kämpft es um die 1.240-er Linie, die von vornherein als kräftiger Widerstand zu erwarten war. Das Edelmetall profitierte zum einen vom etwas schwächeren US-Dollar, auch wenn die Aufwärtsbewegung des Euro noch als zaghaft zu bezeichnen ist. Zum anderen steht eine traditionell starke Nachfrage im letzten Quartal des Jahres bevor, da in Indien und China wichtige Feiertage anstehen, die mit großen Geschenken verbunden sind.

Bedenklich sind die Entwicklungen am Rohstoff-Markt, insbesondere der Ölpreis gibt Anlass zur Sorge, mit 84 US-Dollar je Barrel (Brent) war er so niedrig wie seit vier Jahren nicht mehr. Darüber hinaus markieren Platin, Aluminium und Kupfer, alles Indikatoren für den Zustand der Wirtschaft, ebenfalls neue Tiefpunkte. Die Diskussionen um eine drohende Weltwirtschaftskrise lassen sich nicht mehr von der Hand weisen, zu nachdenklich müssen die Zahlen aus den jeweiligen Volkswirtschaften stimmen. Angesichts der sehr niedrigen Inflation im Euro-Raum werden die Handlungsspielräume für die EZB immer kleiner, die geldpolitischen Instrumente stehen derzeit sowieso auf dem Prüfstand des Europäischen Gerichtshofes (EuGH).

Prognose: gute Aussichten für Gold

Trotz aller Turbulenzen und Einflussfaktoren eröffnet sich ein interessantes Potenzial für das gelbe Edelmetall, das letzte Quartal des Jahres könnte einen ordentlichen Zuwachs bringen. Zum einen spricht die Nachfrage aus Asien dafür, zum anderen geraten die Aktienmärkte angesichts einer schwachen Konjunktur zunehmend unter Druck. Nicht zu vernachlässigen sind die geopolitischen Auseinandersetzungen, die nach wie vor weit von einer Beilegung entfernt sind. Goldinvestments könnten sich daher nicht nur als sicher, sondern auch rentabel erweisen.