Aktueller Goldkurs

21.09.18, 22:58 Uhr (GMT)

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Gold oder US-Dollar – wer wird sich als stärker erweisen?

Der Goldpreis ist wieder unter Druck geraten, auch wenn das Interesse am Edelmetall zunimmt. Für eine echte Rallye fehle dem Gold noch eine wichtige Komponente, nämlich die Inflation – so die Analysten. Der US-Dollar erweist sich bislang als zu stark – wie lange noch?

Zurück auf Startposition – Gold wartet auf Impulse

Der schöne Wertzuwachs aus den ersten Januartagen wurde wieder abgegeben, aktuell notiert die Feinunze des Edelmetalls bei 1.080 US-Dollar. Damit wurde im Chart ein Dreieck nach unten verlassen – mit all den Risiken, die sich daraus ergeben. Allerdings erweist sich die Unterstützung bei eben 1.080 US-Dollar für die Feinunze bisher als stabil, selbst einige Ausbrüche nach unten konnten wieder aufgefangen werden. Die Chart-Formation eröffnet allerdings auch das Potenzial eines Einbruchs auf 1.025 US-Dollar für die Feinunze und darunter. Von einer Erholung kann erst ausgegangen werden, wenn Gold wieder über 1.086 und in der folge 1.090 US-Dollar je Feinunze ansteigt. Was geben die Signale aus Wirtschaft und Politik her?

Ein Blick auf die Prognosen der großen Investmenthäuser macht zunächst skeptisch, die meisten haben ihre Erwartungen für das Edelmetall im neuen Jahr zurückgefahren. So lange der US-Dollar sich so robust erweist, wird der Goldpreis in einem Kanal zwischen 1.000 und 1.200 US-Dollar für die Feinunze erwartet. Allerdings eröffnen sich so auch neue Chancen: Sind die institutionellen Anleger in Gold unterinvestiert, wie es derzeit der Fall ist, erhöht sich die Nachfrage schlagartig, sobald der Preis anzieht – und verstärkt den Trend. Selbst die Gold-ETFs stehen derzeit wieder auf den Einkaufszetteln der Fondsmanager – allerdings ist sind die Bestände im Vergleich zum Vorjahr generell auf einem niedrigeren Niveau.

Die fehlende Komponente Inflation

Gold gilt seit jeher als stabile Wertanlage, die vor allem gegen Inflation schützt. Nun lässt diese seit geraumer Zeit auf sich warten – allen Interventionen der Zentralbanken zum Trotz. Und genau hier streiten sich die Geister: Die Märkte mit Liquidität zu fluten, hat bislang lediglich zur Bildung von gefährlichen Blasen geführt. Wie einige Ökonomen immer wieder kritisieren, kann vor allem innerhalb der EU nur eine Maßnahme zum Anziehen der Inflation führen: die Anhebung des Lohnniveaus. Die so gestärkte Kaufkraft würde für eine erhöhte Binnennachfrage und damit auch zu steigenden Preisen führen. Was durchaus plausibel klingt, wird bislang nur durch die niedrigen Energiepreise begünstigt. Der Goldpreis befindet sich aktuell in Lauerstellung: Zieht die Inflation an, wird sich die Nachfrage ebenso verstärken wie bei den neuen Unruhen an den Aktienmärkten – und die nächste Blase platzt gewiss.