Aktueller Goldkurs

21.07.17, 22:59 Uhr (GMT)

1.078 Euro | 1.255 USD

Gold nimmt wichtige Marke ins Visier – schwindet der Glauben an Donald Trump?

Das Edelmetall scheint für viele Investoren wieder interessanter zu werden, allen Rücksetzern zum Trotz kämpft der Goldpreis aktuell um die Marke von 1.250 US-Dollar für die Feinunze. Die Chancen stehen gut, vor allem angesichts der offensichtlichen Ernüchterung an den Märkten.

Nachfrage steigt – Goldpreis zieht merklich an

Die 1.253 US-Dollar je Feinunze mussten zwar schnell wieder aufgegeben werden, trotzdem stimmt die Entwicklung der letzten Tage optimistisch: Auch Silber und Platin konnten sich deutlich erholten, Edelmetalle werden für Investoren offenbar wieder interessanter. Dabei spielt einerseits der etwas schwächere US-Dollar eine Rolle, andererseits dürften auch die Schwächen an den Anleihe- und Aktienmärkten dazu beitragen – selbst die Gold-ETFs verzeichneten ordentliche Zuflüsse, was auf einen Strategiewechsel auf Investorenseite hindeutet.

Die FED hatte ja schon die Hoffnungen auf eine stärkere Zinsanhebung zerstört, was für Unsicherheit an den Märkten gesorgt hat – diese hatten die durch Trump geschürten positiven Erwartungen bereits euphorisch eingepreist. Nun stellt sich die Realität deutlich komplizierter dar: Wann und ob die avisierte Steuerreform umgesetzt werden kann, hängt auch vom Erfolg der Reform der Krankenversicherung ab. Scheitert diese sogar an den eigenen Parteimitgliedern, wie es sich aktuell abzeichnet, werden weitere Reformvorhaben deutlich erschwert. Für die “Trumpflation”, also die erwartete Ankurbelung der Konjunktur durch Infrastruktur- und Steuerprogramme und damit steigende Zinsen und Inflationsraten, würden sich die Vorzeichen drastisch verschlechtern.

Unsicherheit macht sich breit: Trump muss seinen Worten Taten folgen lassen

Nun nimmt auch noch das FBI Ermittlungen gegen Trump auf, einerseits wegen eventueller Russland-Kontakte seines Wahlkampfteams, andererseits wegen der Verdächtigungen in gegen Obama, dieser hätte eine Abhöraktion gegen das Trump-Team zu verantworten. Hier gibt es zwar zwischenzeitlich Indizien, die durchaus darauf hindeuten, aber allein die Diskussionen schwächen die Position des neuen US-Präsidenten, der gerade jetzt jede Unterstützung für seine geplanten Gesetzgebungsverfahren brauchen könnte.

Die Markterwartungen erhielten also gleich mehrfach kräftige Dämpfer, was den Schwenk in Richtung Gold plausibel macht: Spekulative Investoren hatten sich größtenteils von ihren Gold-Positionen getrennt, vor der FED-Sitzung wurde der niedrigste Stand in diesem Jahr verzeichnet. Hier scheint eine Trendwende einzusetzen, die dem Edelmetall wieder auf einen neuen Höhenflug verhelfen könnte. Sollten sich die Befürchtungen von James Rickards, der bereits seit 35 Jahren an der Wallstreet aktiv ist, um die Lieferengpässe bei den Goldhändlern erhärten, dürfte es ohnehin turbulent werden. Für Goldanleger empfiehlt sich daher der direkte Bezug von physischem Gold in kleinen Stückelungen, als Ansprechpartner sollten immer renommierte Händler ausgewählt werden. Angesichts der schwindenden COMEX-Lagerbestände wird der eigene Safe immer attraktiver – und vor allem sicherer.