Aktueller Goldkurs

15.12.17, 23:00 Uhr (GMT)

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Gold nimmt erneut Anlauf – ist die Barriere zu schaffen?

Die magische Grenze liegt ungefähr bei 1.300 US-Dollar je Feinunze. Nimmt Gold diese Hürde, könnte es noch deutlich höher gehen. Der jüngst etwas schwächelnde US-Dollar sorgte für Unterstützung bei allen Edelmetallen – wie weit reicht dieser Schwung?

Goldnachfrage etwas schwächer – starker Jahresendspurt erwartet

Gold, Silber, Platin und Palladium nutzten die Schwäche der US-Währung, um wieder etwas vom in der letzten Zeit verlorenen Boden gut zu machen. Bei Gold reichte es für ein Drei-Wochen-Hoch, es notiert aktuell bei rund 1.285 US-Dollar je Feinunze. Dabei war die Nachfrage im dritten Quartal relativ schwach, wie der World Gold Council (WGC) vermeldete: Offenbar wurden nur 915 Tonnen und damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rund neun Prozent weniger nachgefragt. Ausschlaggebend dürften die ETFs gewesen sein, die deutlich eingebrochen sind. Auch beim Schmuck hielt sich das Interesse etwas zurück, es wurden rund drei Prozent weniger umgesetzt.

Im Gegenzug erfreuten sich Barren Münzen einer wachsenden Beliebtheit, der Anstieg um 17 Prozent ist jedoch etwas zu relativieren: Im Vorjahreszeitraum war eine ausgesprochen schwache Nachfrage konstatiert worden. Die Käufe der Zentralbanken haben jedoch auf dem niedrigen Preisniveau ebenso angezogen wie die Investitionen chinesischer Anleger. Insgesamt erwartet der WGC für 2017 eine weltweite Goldnachfrage zwischen 3.900 und 4.000 Tonnen. Auch wenn das rund 300 Tonnen weniger wären, als bislang prognostiziert wurden, deutet es doch auf einen starken Jahresendspurt hin.

Gold wird wieder wichtiger: Aktien laufen langsam heiß

Es stimmen immer mehr Experten in den Chor der Mahner ein, die eine kräftige Korrektur der Aktienmärkte erwarten – allerdings naturgemäß keinen konkreten Zeitpunkt nennen können. Anleger aller Größen haben auf ihrer Suche nach Rendite einen wahren Wettlauf von Immobilien- und Aktienpreisen ausgelöst, dem irgendwann die Luft ausgehen muss. Die Warnsignale mehren sich, es ist also vorsichtiges Agieren geboten. Gold als Absicherung mit ins Portfolio zu packen, ist eine probate Möglichkeit.

Ein Blick auf die Gold-Charts zeigt, dass die Unterstützung zwischen 1.260 und 1.263 US-Dollar je Feinunze im Oktober mehrfach getestet wurde und diese Probe erfolgreich bestanden hat. Gerade in den letzten Tage versuchte der Goldpreis wieder einen Ausbruch nach oben, dort warten jedoch kräftige Widerstände bei 1.290 US-Dollar je Feinunze und in der Folge bei 1.306 US-Dollar für die Feinunze, bevor das Septemberhoch bei rund 1.358 US-Dollar für die Feinunze wieder ins Visier genommen werden kann. Die nächsten Tage könnten also spannend werden, sollte sich das Edelmetall wieder mutig der wichtigen Marke nähern – Anleger sollten unbedingt den US-Dollar in Euro und die Aktienindizes im Blick behalten.