Aktueller Goldkurs

27.06.17, 23:19 Uhr (GMT)

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Gold nimmt Anlauf – FED gibt kräftigen Impuls

Die US-Arbeitsmarktdaten sorgen zunächst für eine Korrektur im Goldpreis, konnten aber dem Aufwärtsschub durch die FED nicht standhalten: Die wichtige Widerstandslinie bei 1.260 US-Dollar je Feinunze wurde eindrücklich durchbrochen – und öffnet den Weg nach oben.

Widersprüchliche Signale aus den USA – Goldpreis profitiert

Die Daten der US-Privatwirtschaft für den März überraschten einige Experten, denn es waren wohl mehr neue Jobs entstanden, als diese es vorhergesehen hatten. In der Folge wurde der US-Dollar gestärkt – die Wirkung auf das Edelmetall ließ nicht lange auf sich warten, er sackte bis weit unter 1.250 US-Dollar durch. Mit der Veröffentlichung der FED-Sitzungsmitschrift drehte sich jedoch das Bild, denn die Notenbank deutete an, gegen Ende des Jahres ihre Bilanzsumme eventuell verringern zu wollen. Dazu sollen Hypotheken- und Staatsanleihen verkauft werden.

Staatsanleihen gerieten somit unter Verkaufsdruck, was Investoren nicht davon abhielt, kräftig einzukaufen. Die Folge: Die Zinsen für US-Anleihen sanken deutlich – kein gutes Zeichen für die Beschaffenheit der US-Wirtschaft. Aber ein positiver Impuls für den Goldpreis, der daraufhin kräftig anzog. Auch wenn noch abzuwarten ist, was US-Präsident Trump mit seinen Gast, dem chinesischen Ministerpräsidenten Xi Jinping, besprechen und aushandeln wird, schoss Gold durch die Widerstandslinie bi 1.260 US-Dollar je Feinunze und meldet sich somit eindrucksvoll zurück.

Die Charts: Vorsichtiger Optimismus kann sich breit machen

Nach der wichtigen Widerstandslinie ist nun die 200-Tageslinie interessant: Kann das Edelmetall sich nachhaltig über 1.264 US-Dollar für die Feinunze halten, dürften auch 1.275 bzw. 1.285 US-Dollar je Feinunze angetestet werden. Im gegenteiligen Fall droht eine kräftige Korrektur, sollte die Unterstützung bei 1.250 US-Dollar für die Feinunze nicht halten. Die Charts deuten jedoch insbesondere im kurzfristigen Bereich das Potenzial eines Ausbruchs nach oben an. was interessante Handelsmöglichkeiten eröffnet.

Ein Blick auf das wirtschaftliche und politische Umfeld macht dies umso interessanter: Greift Donald Trump die Handelsdefizite wirklich so konsequent an, wie der es angekündigt hatte, bedroht er seine eigene Währung. Je mehr US-Dollar nämlich für Importe ins Ausland fließen, desto mehr können ausländische Investoren wiederum in den USA anlegen – nicht zuletzt die Finanzierung des Staatshaushaltes hängt davon ab. Auf der anderen Seite könnte das jüngste Eingreifen der US-Streitkräfte in den Syrien-Konflikt die Situation eskalieren lassen, denn unter dem Strich ist die Schuldfrage für die zu verurteilenden Giftgas-Angriff noch gar nicht geklärt. Für die EU wiederum stehen nun “Scheidungsverhandlungen an”, die die grundlegende Schieflage innerhalb des Euro-Raumes jedoch nicht in den Hintergrund drücken sollten. Es gibt also zahlreiche Gründe für ein Gold-Investment, die Preise könnten deutlich steigen.