Aktueller Goldkurs

16.01.18, 22:59 Uhr (GMT)

1.130 Euro | 1.338 USD

Gold mit Nehmerqualitäten: Wichtige Marken zurückerobert

Langsam, aber stetig arbeitet sich der Goldpreis zurück ins Rennen. Nach der Marke von 1.250 US-Dollar für die Feinunze eroberte sich das Edelmetall in den letzten Tagen auch die 1.260 US-Dollar je Feinunze zurück – Tendenz: weiter langsam steigend.

Rückblick auf 2017: Nicht so richtig schlecht gelaufen

Auch wenn der große Befreiungsschlag noch fehlt, hat Gold im ablaufenden Jahr doch einige Bewegungen absolviert und unter dem Strich zugelegt: Zu Beginn des Jahres notierte es noch weit unter 1.200 US-Dollar je Feinunze, zwischenzeitlich konnten die 1.300 US-Dollar je Feinunze gerissen werden, auch wenn dann die Korrektur folgte. Die Performance war ordentlich, irgendwie aber doch enttäuschend, sah es doch insbesondere im Spätsommer noch so aus, als wäre hier viel mehr drin. Es scheint sich also die nun seit vier Jahren anhaltende Seitwärtsbewegung fortsetzen zu wollen – und zwar mangels eines kräftigen Impulses.

Das Umfeld gibt aktuell nicht mehr her, die Inflation ist trotz der Erholung immer noch moderat und ohne Druck nach oben, die Zinserhöhungen der FED machen dem Edelmetall ohnehin Konkurrenz. Goldanleger sollten dies als Phase der Konsolidierung bewerten, die einen Ausbruch jederzeit möglich macht. Als wichtiges Indiz kann die Kapazitätsauslastung in den Industrieländern dienen. Werden hier die Grenzen erreicht, ist mit kräftigen Preissteigerungen zu rechnen, was Gold wiederum als Sicherheit für Vermögen in den Fokus rücken dürfte. Es stellt sich nur die Frage, ob dies im kommenden Jahr schon der Fall sein oder nicht doch ein Börsencrash als Preistreiber für Gold fungieren wird.

Der realistische Goldpreis – ein Blick auf die Daten

Im Jahr 2011 schaffte es der Goldpreis auf mehr als 1.600 US-Dollar je Feinunze und damit auf eine faire Bewertung. Nach heutigen Maßstäben, also angesichts der Ausweitung der Kreditmenge, der allgemeinen Preissteigerungen und der teilweise extrem volatilen Entwicklung an den Märkten müsste Gold eigentlich zwischen 1.700 und 1.900 US-Dollar für die Feinunze kosten. In diesem Bereich könnten Goldproduzenten profitabel expandieren und die Kapazitäten ausbauen. Solange das Edelmetall jedoch so drastisch unterbewertet bleibt, muss mit einem Rückgang der Goldproduktion im mittelfristigen Bereich gerechnet werden.

Ein weiterer Faktor ist die Bereinigung des Goldmarktes: Zwischen 2011 und 2015 sah sich Gold einer ausgesprochen negativen Berichterstattung ausgesetzt, offenbar waren die knapp 1.900 US-Dollar für die Feinunze, die es damals auf die Waage brachte, ganz einfach zu hoch. Viele kleine Anleger sind daher aus dem Goldmarkt ausgestiegen. Die so eingeleitete Stabilisierung in der Preisentwicklung eröffnet neue Chancen, die Anleger angesichts der zu erwartenden Inflationsphase konsequent ergreifen sollten.