Aktueller Goldkurs

24.04.18, 22:48 Uhr (GMT)

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Gold mit Jahresauftakt nach Maß

Mit einem ordentlichen Satz nach Oben übersprang der Goldpreis in den letzten Tagen 1.150 US-Dollar-Marke für die Feinunze und es geht weiter aufwärts. Sah es zunächst so aus, als sollten kräftige Impulse fehlen und weiter seitwärts gehen, veränderten ab Mittwoch die Vorzeichen: Schwache US-Wirtschaftsdaten waren der Auslöser.

Gold profitiert von schwachem US-Dollar – aber nicht nur

Die Wirtschaftsdaten aus den USA brachten die Ernüchterung: Wichtige Indikatoren, wie beispielsweise der Einkaufsmanager-Indes, aber auch die offiziellen Arbeitslosenzahlen, deckten auf, dass das Wachstum wohl nicht so robust ist, wie zunächst prognostiziert worden war. Für die US-Währung gab es einen Dämpfer, der Euro konnte sich zeitweise auf 1,12 im Verhältnis zur US-Währung aufschwingen. Für die Rohstoffpreise ist dieses Szenario positiv, so konnten sich sowohl die Erdöl-Sorten als auch die Industrie-Metalle erholen. Wie die FED angesichts dieser Entwicklung weiter vorgehen wird, bleibt abzuwarten. Es wurde ja bereits vorsorglich darauf hingewiesen, dass die geplante Straffung der Geldpolitik auf einen größeren Zeitraum ausgedehnt werden könnte.

Gleichzeitig wachsen die Zuflüsse in die Gold-ETFs, auch die Nachfrage aus China legte im Jahr 2015 zu. Als Gründe wurden zum einen der immer noch relativ niedrige Goldpreis genannt, aber auch der besondere Charakter des Edelmetalls: Angesichts der Turbulenzen an den chinesischen Aktienmärkten wird von den Anlegern verstärkt ein sicherer Hafen gesucht. Weniger interessant war demnach Schmuck, im Fokus des Interesses standen vor allem Barren mit einem Zuwachs von 4,8 Prozent und vor allem Münzen, deren Absatz sich um 78 Prozent erhöhte, wie der Verband der Goldproduzenten Chinas vermeldete. Auf der anderen Seite verknappte sich das Angebot, denn die Goldproduktion ging im Reich der Mitte um 0,4 Prozent zurück.

Gold im Aufwind – Diskussionen um Bargeld-Abschaffung nimmt Fahrt auf

Auf dem europäischen Kontinent dürften die EZB-Pläne um die Abschaffung von 500-Euro-Scheinen im Kontext mit einer möglichen Begrenzung von Bargeld-Transaktionen auf 5.000 Euro in Deutschland weiter für eine starke Gold-Nachfrage sorgen: Die Maßnahmen sollen in erster Linie die Terror-Finanzierung austrocknen, allerdings sind die Konsequenzen deutlich komplexer. Mit der Umstellung auf eine digitale Währung ließen sich sämtliche Guthaben deutlich einfacher erfassen. Nicht nur die Finanzbehörden hätten dadurch ein deutlich leichteres Spiel, auch die Banken könnten profitieren: Immer mehr Geldinstitute verhängen derzeit Strafzinsen auf die Guthaben, das wäre natürlich ohne Bargeld deutlich einfacher zu realisieren. Die Nachfrage Gold in kleinen Stückelungen sollte vor diesem Hintergrund deutlich zunehmen, vor allem Barren und Münzen könnten als Alternative zu den unsicheren Bargeldbeständen deutlich teurer werden.