Aktueller Goldkurs

15.10.18, 12:54 Uhr (GMT)

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Gold mit erstem Anlauf: Märkte reagieren gefährliche Raketen-Tweets des US-Präsidenten

Krisen, Konflikte und Tweets, die einen Raketenangriff implizieren – die globalen Unsicherheiten steigern sich fast täglich. Gold wurde prompt verstärkt nachgefragt, allerdings musste der Goldpreis einen Teil der Gewinne wieder abgeben. Normalität sieht jedoch anders aus.

Gold als Zufluchtsort in kritischen Zeiten

Die Töne werden schriller, die Schuldzuweisungen drastischer: Nach dem mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen in Syrien steuert die Welt auf eine militärische Auseinandersetzung zu. Auch wenn die US-Administration den Raketen-Tweet des US-Präsidenten Trump im Nachhinein relativierte, wurde doch klar, dass nur noch die brennende Lunte am Pulverfass fehlt. Die Lage ist ausgesprochen unübersichtlich: War die Situation bereits nach dem Skripal-Vorfall angespannt, obwohl es nach wie vor keine eindeutigen Beweise für eine russische Verantwortung gibt, steht nun der gemeldete Einsatz von Chemiewaffen in Syrien im Fokus. Auch hier muss das Wort “mutmaßlich” eingefügt werden, auch hier verwirren widersprüchliche Aussagen und eine lückenhafte Beweislage. Die zuständige OPCW wird sich nun vor Ort ein Bild machen, auch wenn deren Befugnisse deutlich eingeschränkt sind. Es täte allen Protagonisten und vor allem der Weltbevölkerung gut, wieder auf ein normales Maß der Kommunikation und zur Rechtstaatlichkeit zurückzukehren: Eine Schuld muss zunächst bewiesen werden.

Die Märkte sind verunsichert, was an den deutlichen Reaktionen auf die politische Eskalation abzulesen war: Die Aktien gaben prompt nach, der Goldpreis kletterte innerhalb weniger Stunden auf 1.365 US-Dollar für die Feinunze – Sicherheit für Vermögen war das Gebot der Stunde. Auch wenn der Goldpreis dann ebenso schnell wieder auf 1.350 US-Dollar und in der Folge auf 1.335 US-Dollar je Feinunze fiel, sollten Anleger die Gelegenheit zum Investment nutzen. Das Edelmetall hat wichtige Widerstände getestet und ist zunächst einmal abgeprallt. In den letzten Stunden konnte sich der Goldpreis jedoch stabilisieren und notiert derzeit bei 1.340 US-Dollar für die Feinunze. Das politische Umfeld dürfte als einer wichtigsten Faktoren für die weitere Entwicklung gelten.

US-Wirtschaft und -Staatshaushalt vor Belastung durch höhere Zinsen

Aus der Pressekonferenz und den nun veröffentlichten Protokollen der FED-Sitzung unter Leitung des neuen Vorsitzenden Jerome Powell ging nicht viel Neues hervor. Einige der Mitglieder erwarten offenbar mehr als die drei geplanten Zinsschritte, da die Wirtschaftsdaten dazu Anlass gäben. Allerdings dürften diese Maßnahmen zu großen Teilen bereits vom Markt eingepreist worden sein. Nicht zu verkennen ist, dass sich der US-Staatshaushalt bei steigenden Zinsen einer drastischen zusätzlichen Belastung ausgesetzt sieht, die in absehbarer Zeit aus dem Ruder laufen könnte. Es ist also ein zweischneidiges Schwert, das die Schuldensituation noch verschärfen wird – Goldanleger sollten die News unbedingt im Blick behalten.