Aktueller Goldkurs

24.03.17, 21:59 Uhr (GMT)

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Gold kurzfristig unter Druck – reicht die Puste für eine Wende?

Er tat sich schwer in den letzten Tagen: Nach dem erwarteten Anstieg auf knapp 1.290 US-Dollar für die Feinunze, musste der Goldpreis die Gewinne wieder abgeben. Von einer sich insgesamt aufhellenden Stimmung für Gold sprechen allerdings die Analysten – auch wenn die FED nun wieder mit Zinserhöhungen winkt.

Nachfrage steigt, Goldpreis fällt – die widersprüchlichen Impulse

Das erste Quartal zeigte einen Anstieg in der Goldnachfrage um 21 Prozent auf knapp 1.290 Tonnen, so berichtet der World Gold Council (WGC). Was zunächst positiv klingt, muss aber etwas relativiert werden: Einerseits war der Ausgangswert ein relativ niedriger, andererseits kam die Nachfrage nicht aus der Schmuckindustrie, sondern von Finanzinvestoren. Für Schmuck wurde nämlich deutlich weniger Gold verbraucht, nur knapp 482 Tonnen des Edelmetalls schlagen im ersten Quartal zu Buche und damit rund 19 Prozent weniger im Vergleich zum vierten Quartal 2015.

Auf der anderen Seite verzeichneten die ETFs mit knapp 364 Tonnen den höchsten Zufluss seit 2009 – und das zunehmend auch aus Asien. Unter dem Strich lässt sich also festhalten, dass die Unsicherheiten an den Märkten als entscheidender Treiber für den Goldpreis in Frage kommen. Und hier spielte die EZB in den letzten Tagen die große Rolle, die nun wieder einmal mit einer Zinsanhebung im Juni lockt. Ein weiterer Faktor könnte das britische Referendum über einen Austritt aus der EU werden, das nun bereits große Schatten voraus wirft. Langfristig gesehen werden sich allerdings andere Faktoren mit deutlich mehr Gewicht niederschlagen: Auch bei Gold wird sich nach Expertenmeinung das Angebot verknappen, da nicht nur der Goldanteil im abgebauten Erz sinkt, sondern auch die Bedingungen in den Minen immer schwieriger werden.

Wichtige Marken für die Goldpreisentwicklung

Aktuell notiert das Edelmetall bei 1.255 US-Dollar – die kritische Marke liegt bei 1.250 US-Dollar für die Feinunze: Sollte diese nach unten durchbrochen werden, stehen 1.237 und 1.225 US-Dollar für die Feinunze zum Test an. Entspannung kann erwartet werden, wenn der Widerstand zwischen 1.260 und 1.265 US-Dollar für die Feinunze überwunden werden kann, dann könnte es auch wieder über 1.270 US-Dollar je Feinunze hinausgehen.

Gold-Anleger brauchen also weiterhin Geduld, die aktuellen Rücksetzer können aber auch positiv gesehen werden: Der günstige Preis empfiehlt sich zum Einsteigen. Insbesondere die Entwicklungen in Großbritannien dürften für das Edelmetall kräftige Impulse geben. Aktuell lassen sich zwar noch keine klaren Trends erkennen, aber alleine die zunehmend kritischen Diskussionen machen klar, dass das gemeinsame Haus Europa so stabil nicht gebaut ist.