Aktueller Goldkurs

17.08.18, 06:08 Uhr (GMT)

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Gold kämpft um Performance – Inflation und Produktionsmengen könnten stützen

Es war eine schwere Woche für das Edelmetall, der Goldpreis verlor 20 US-Dollar je Feinunze. Eine schwache Gemeinschaftswährung und anziehende Renditen auf US-Staatsanleihen waren offenbar zu starke Impulse – zumindest bislang.

EZB und Wirtschaftsdaten schicken Euro auf Talfahrt – Goldpreis fällt

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird an ihrer Politik festhalten – die Zinsen bleiben im Euroraum weiterhin auf ihrem extrem niedrigen Stand. Mario Draghi wiegelte zwar ab, als es um Bedenken in Bezug auf die künftige Konjunktur in der EU ging, konnte aber die Signale der wichtigen Indikatoren nicht ausblenden: So war das ifo-Geschäftsklima erneut gefallen und deutet insbesondere für die deutsche Wirtschaft schwierige Zeiten an – zum fünften Mal hintereinander. Auch andere Stimmungsbarometer waren im April gefallen, was die Stellungnahme der EZB im Vergleich zu frühere Aussagen weniger optimistisch erscheinen ließ. Die Ursachen sind demnach vor allem in globalen Faktoren zu suchen, allen voran dem sich verstärkenden Protektionismus.

Die Gemeinschaftswährung konnte nach den geldpolitischen Aussagen zunächst profitieren, im Zusammenhang mit den Wirtschaftsdaten jedoch musste sie insbesondere im Verhältnis zu US-Dollar nachgeben. Aktuell bringt der Euro nicht einmal mehr 1,21 US-Dollar auf die Waage – die Tendenz zeigt weiter nach unten. Gleichzeitig zogen auf der anderen Seite der Welt die Renditen für US-Staatsanleihen an, die Marke von drei Prozent wurde wieder erreicht. Beide Faktoren zusammen drücken den Goldpreis aktuell, zumal die Aktienmärkte nach einer Korrektur zu Beginn dieser Handelswoche langsam wieder Fahrt aufnehmen.

Goldpreis: Inflation und Produktionsmengen nicht aus dem Auge verlieren

Auch wenn der Goldpreis zwischenzeitlich auf 1.315 US-Dollar je Feinunze gefallen ist, sich stabilisieren konnte und seither seitwärts bewegt, gäbe es doch starke Kaufsignale: Die Prognose der Experten des Goldfonds US-Global geht sogar von einem Potenzial von bis zu 1.500 US-Dollar je Feinunze aus – die Einkaufsmöglichkeiten wären somit aktuell perfekt. Begründet wird diese Perspektive mit der oftmals untertriebenen Inflationsrate, die sich schon aus einem Vergleich des US-Verbraucherpreisindex CPI und des New Yorker FED Basiswertes Inflation Gauge UIG ergäbe. Allein die Häufigkeit, mit der die Inflation von FED-Mitgliedern thematisiert wird, dürfte deren Sorge über eine steigende Teuerungsrate ausdrücken.

Ein weiterer wesentlicher Faktor ist die Goldproduktion selbst: Seit 2012 ist diese nämlich permanent gesunken, auch die Anzahl der neu entdeckten Lagerstätten geht sukzessive zurück. Als größter Goldproduzent hat China allein im ersten Quartal 2018 drei Prozent Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu verzeichnen, 2017 war die Produktion bereits um sechs Prozent gesunken. Auf lange Sicht dürfte der Goldpreis davon profitieren, sobald die Nachfrage wieder anzieht – Anleger können die aktuell niedrigen Preise clever nutzen.