Aktueller Goldkurs

17.10.18, 03:09 Uhr (GMT)

1.052 Euro | 1.224 USD

Gold in Lauerposition – alles ist möglich

Nach einem feiertagsbedingt vorsichtigen Start in die Handelswoche setzte der Goldpreis am Mittwoch zu einem Sprung nach oben an – nicht zuletzt die FED-Chefin Janet Yellen dürfte dazu beigetragen haben. Noch sind sich die Analysten uneinig, ob das Edelmetall seine Aufwärtsbewegung fortsetzen wird.

Schwacher US-Dollar reicht nicht als Aufwärts-Impuls aus

Von rund 1.210 US-Dollar auf 1.244 US-Dollar für die Feinunze – so sah die Reaktion des Edelmetalls auf die Ankündigung der FED aus, die geplante Zinsanhebung gut zu überdenken und mit sehr viel Vorsicht vorzunehmen. Gleichzeitig rutschte der US-Dollar ab, der Euro konnte sich auf ein Verhältnis von 1,14 aufschwingen. Jedoch währte die Freude nicht allzu lange, das Glattstellen von Short-Positionen und die darauf folgenden Gewinnmitnahmen brachten den Goldpreis wieder unter Druck und ließen ihn auf 1.225 US-Dollar je Feinunze zurückfallen. Aktuell bewegt er sich um 1.230 US-Dollar für die Feinunze seitwärts – klare Impulse sind derzeit nicht auszumachen.

Goldpreis: Die Charts im Blick behalten

Sollte der Goldpreis nochmals unter 1.125 US-Dollar oder das jüngste Tief bei 1.211 US-Dollar für die Feinunze fallen, könnte es noch weiter bergab gehen – 1.200 US-Dollar und in der Folge 1.195 US-Dollar je Feinunze wären für Gold die nächsten Unterstützungslinien. Kann sich das Edelmetall jedoch weiter stabilisieren und bis auf 1.250 und 1.263 US-Dollar je Feinunze bewegen, rücken die großen Ziele 1.400 und 1.500 US-Dollar für die Feinunze wieder in den Fokus. Es bleibt also spannend, zumal sich auch der US-Dollar noch nicht von seinem Schwäche-Anfall erholen konnte.

Bargeld oder Gold – das ist die entscheidende Frage

Die Zentralbanken dominieren derzeit mit ihrer extremen Niedrigzinspolitik, hier glänzt die EZB mit der faktischen Abschaffung der Zinsen, die Diskussionen: Einerseits werden die den Banken entgehenden Zinseinnahmen über kurz oder lang zu neuen und höheren Gebühren für ganz normale Transaktionen führen, wie der Bundesbankpräsident Jens Weidmann zu bedenken gab. Andererseits sorgen die drohenden Negativzinsen für Bareinlagen schon jetzt für eine enorme Nachfrage nach Schließfächern: Bankkunden heben ihr Geld lieber ab und deponieren es sicher, als dass sie für ihr Guthaben auch noch kostenpflichtig werden.

An dieser Stelle ist die Überlegung, ein Teil des Vermögens in physisches Gold zu investieren, nicht mehr weit hergeholt: Es lässt sich ebenso gut in einem Bankschließfach lagern, hat seinen Wert stets behalten und ist vollkommen unabhängig von den in Bezug auf ihre Wirkung kräftig umstrittenen geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken – das Timing für ein Investment ist optimal.