Aktueller Goldkurs

21.09.18, 22:58 Uhr (GMT)

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Gold in entscheidender Phase: Weitere Korrektur oder Ausbruch nach oben?

Es war eine schwierige Woche für das Edelmetall: US-Dollar und US-Anleiherenditen profitierten von optimistischen Aussagen der FED, bis der US-Präsident die EU sanktionierte und diese mit Gegenmaßnahmen drohte. Der Goldpreis spiegelt das Hin und Her wider – wie wird es aber weitergehen?

Wirtschafts- und Zinsprognosen – der Goldpreis als Spielball

Mit dem optimistischen Statement des FED-Vorsitzenden Powell, der die für März geplante und für dieses Jahr avisierten Zinserhöhungen weiter in den Bereich des Wahrscheinlichen rückte, geriet der Goldpreis in dieser Woche kräftig unter Druck: Sowohl der US-Dollar als auch die Anleiherenditen profitierten. Im Gegenzug verbilligte sich das Edelmetall zeitweise auf 1.303 US-Dollar je Feinunze, durchbrach damit die maßgebliche Unterstützung bei 1.325 US-Dollar je Feinunze und kratzte sogar an der wichtigen Linie bei 1.301 US-Dollar – die jedoch bislang gehalten hat. Sollte diese nämlich unterschritten werden, wäre ein weiterer Preisrückgang bis auf 1.286 US-Dollar je Feinunze möglich.

Die Aussichten hellen sich jedoch etwas auf, der Goldpreis konnte sich etwas erholen und bewegt sich aktuell in Richtung 1.320 US-Dollar je Feinunze, wo ein Widerstand zu erwarten ist. Auftrieb dürften die Zölle gegeben haben, die der US-Präsident Donald Trump auf Stahl- und Aluminiumimporte aus der EU verhängt hat. Schon titeln die Medien, dass ein globaler Handelskrieg drohe – die EU will diese Sanktionen nicht hinnehmen. Die Reaktionen der Märkte erfolgten prompt, der Dow Jones gab ebenso kräftig nach wie der US-Dollar, zwischenzeitlich gegenüber der Gemeinschaftswährung wieder an Kraft gewonnen hatte. Damit konnte auch der Goldpreis wieder zulegen – und die weiteren Aussichten stellen sich deutlich positiver dar.

Die Nachfragesituation am Goldmarkt

Die Verkaufszahlen präsentieren sich sehr widersprüchlich: Während China, wie wegen des Neujahresfestes erwartet, große Mengen physisches Gold gekauft hat, im Januar nämlich mit 51,6 Tonnen auf Nettobasis rund 20 Tonnen mehr im Vergleich zum Vorjahr und zum Vormonat, schwächelt die Nachfrage nach US-amerikanischen Goldmünzen. Für den Februar wurde ein Verkauf von nur 5.500 Münzen gemeldet, das entspricht einem Rückgang um 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Gold-ETFs zeigen sich hingegen sehr stabil, hier waren keine nennenswerten Abflüsse zu verzeichnen.

Die Aussichten für den Goldpreis

Die Prognosen der Experten gehen derzeit weit auseinander: Sprechen die einen vom einem charttechnischen Potenzial für einen Goldpreis um die 1.600 US-Dollar je Feinunze, mahnen andere den kritischen Blick auf die Inflationsentwicklung an. Die neuen Daten zum von der FED stark beachteten Preisindex für Konsumausgaben werden einen ersten Aufschluss geben. Sollte die Inflation weiter gestiegen sein, befeuert dies nicht nur die Zinserwartungen, sondern dürfte Gold wieder unter Druck setzen – es bleibt spannend.