Aktueller Goldkurs

24.10.17, 04:07 Uhr (GMT)

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Gold im Wechselbad der Gefühle

Zunächst trieben die schlechten US-Wirtschaftsdaten den Goldpreis über 1.350 US-Dollar je Feinunze, bevor Mario Draghi feststellte, dass nichts zu tun sei – und das Edelmetall wieder etwas nachgab.

Maue Wirtschaftsdaten pushen Goldpreis

Der US-Dienstleistungsindex verblüffte die Märkte, mit 51,4 Punkten markierte einen so schlechten Stand, wie es zuletzt im März 2010 der Fall war. Die Reaktionen blieben nicht aus, Gold machte direkt einen Sprung von zwei Prozent nach oben bis auf über 1.351 US-Dollar für die Feinunze. Knapp unter diesem Niveau bewegte sich Gold seitwärts, auch wenn die Spannung vor der EZB-Pressekonferenz gestiegen war. Es war erwartet worden, dass Mario Draghi seine Trickkiste weiter öffnet, denn es fehlen nach wie vor die Erfolge der bisher ergriffenen geldpolitischen Maßnahmen: Weder die Inflation ist spürbar gestiegen, noch konnte die Wirtschaft kräftige Impulse verzeichnen.

EZB sieht keinen Handlungsbedarf – Goldinvestoren reagieren enttäuscht

An den Zinsen wird sich also vorerst nichts ändern, auch das Anleihekaufprogramm, das erst auf Unternehmensanleihen ausgedehnt wurde, besteht unverändert fort. Die erwartete Verlängerung dieses Programms über den Monat März 2017 hinaus wäre kein Gesprächsthema gewesen, in der nächsten Sitzung dürfte es allerdings auf der Tagesordnung stehen. Unter dem Strich heißt das, dass wohl weitere Banken die negativen Zinsen an ihre Kunden weitergeben werden. Wie lange durchschnittliche Privatkunden noch ausgenommen sind, bleibt abzuwarten.

Mit dieser Nachricht gab der Euro leicht gegenüber dem US-Dollar nach und auch der Goldpreis musste Federn lassen: Bis auf 1.336 US-Dollar je Feinunze rutschte das Edelmetall ab. Ursache dürfte das Ausbleiben einer Ausdehnung der geldpolitischen Maßnahmen Ursache sein. Der Euro konnte sich wieder fangen, ob das auch für Gold zutrifft, werden die nächsten Tage zeigen.

Die Großwetterlage für Gold

Angesichts der relativ starken Preisdynamik und der Tatsache, dass die Gold-ETFs sich in den letzten Tagen einer wachsenden Nachfrage erfreuen, kann sich vorsichtiger Optimismus breitmachen. Die latenten und vielfältigen Unsicherheiten dürfen nämlich nicht außer Acht gelassen werden: Sowohl im Mittleren und im Nahen Osten als auch in Europa schwelen Konflikte, von Lösungen sind wir weit entfernt. Allein das Thema Brexit wird die Märkte noch beschäftigen, auch wenn die britische Wirtschaft vorerst Erfolge zu erzielen scheint. Die Bank of England fasst kurzfristig eine weitere Zinssenkung ins Auge, ganz so rosig scheint die Situation also nicht zu sein. In diese Richtung deuten auch die Aktivitäten einiger europäischer Zentralbanken: Sowohl Deutschland als auch die Niederlande und Holland haben große Teile ihrer Goldbestände aus den USA und Großbritannien abgezogen.