Aktueller Goldkurs

16.02.18, 22:59 Uhr (GMT)

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Gold im Strudel der Märkte: Beginnt jetzt die Flucht ins Edelmetall?

Die letzten Tage hatten es in sich: Das Grummeln begann Mitte der Woche in den US-Aktienmärkten, die in der Folge kräftig korrigierten, verschonte aber auch die deutschen Märkte nicht. Wie lange dieses Beben anhält, lässt sich noch nicht absehen.

Märkte beben – Korrektur oder Crash?

Alle großen Aktienindizes mussten kräftig abgeben, das Minus beläuft sich zwischenzeitlich auf drei bis fünf Prozent. Trotzdem konnte der US-Dollar im Verhältnis zum Euro etwas gut machten, was wohl auch den höheren Anleiherenditen geschuldet sein dürfte. Logische Folge: Der Goldpreis rutschte ebenfalls nach unten, behauptete aber die wichtige Marke bei 1.300 US-Dollar je Feinunze. Derzeit notiert das Edelmetall bei 1.317 US-Dollar für die Feinunze, die weitere Entwicklung muss abgewartet werden.

Experten fragen sich nun, ob diese Korrektur nur kurzfristiger Natur sein wird oder sich der seit langem prognostizierte Crash anbahnt – überhitzt waren viele der Aktienkurse durchaus. Fakt ist, die Situation ist ausgesprochen fragil und unberechenbar, die geldpolitischen Maßnahmen der global relevanten Zentralbanken haben mit Sicherheit ihr Scherflein dazu beigetragen. Die nächsten Tage werden nun zeigen müssen, ob es zu einer Stabilisierung kommt.

Goldpreis unter Druck – wie geht es nun weiter?

Um die Gesamtsituation einschätzen zu können, lohnt sich ein Blick auf die grundlegenden Fakten: Der World Gold Council (WGC) hatte in den letzten Tagen die Zahlen für 2017 vorgelegt. Demnach haben vor allem die Zentralbanken im letzten Jahr weniger physisches Gold nachgefragt, das Minus beläuft sich auf fünf Prozent, die Gesamtmenge gekauften Goldes schrumpfte daher auf 371 Tonnen. Auch im Januar setzte sich dieser Trend fort, die Zentralbank Chinas (PBoC) kaufte somit wiederum kein Gold – und das bereits im 15. Monat in Folge. Für die Angebotsseite 2017 vermeldet der WGC-Bericht eine neue Rekordmarke in der Goldproduktion. Die Recyclingrate ging im Jahr 2017 jedoch zurück, es wurde also im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger Altgold aufgearbeitet. Insgesamt verringerte sich das Goldangebot somit um vier Prozent.

Der Goldpreis hatte die wichtige Widerstandszone bei 1.360 US-Dollar für die Feinunze bisher nicht überwinden können und ist aktuell abgeprallt. Nun sind es die äußeren Faktoren, die das Geschehen bestimmen werden: Setzt sich das Börsenbeben fort, wäre dies wiederum ein guter Grund für Gold als Vermögensabsicherung. Derzeit spricht einiges dafür, stehen doch die USA trotz einer Einigung im Parlament wieder vor einem Government Shutdown. Auch wenn es sich hier offenbar um die Blockade einer einzelnen Person handelt, dürfte das Geschehen das Vertrauen in die Politik weiter erschüttern. Goldanleger sollten daher vor allem den US-Dollar gut im Blick behalten, es stehen entscheidende Tage bevor.