Aktueller Goldkurs

11.12.17, 21:47 Uhr (GMT)

1.054 Euro | 1.243 USD

Gold im Aufwärtsdtrend- naht die Stunde des Edelmetalls?

Nach dem Anstieg des Goldpreises zu Beginn der Woche und nach der Pressekonferenz der FED drückten einige Gewinnmitnahmen den Kurs – bevor er zu einem Sprung über die 1.170-er Marke ansetzte. Die Unsicherheiten in den großen Aktienindizes nehmen parallel zu, beispielsweise stieg der VDAX-New als Index für die zu erwartende Volatilität enorm an – Zeit für Absicherungsstrategien.

Bankenpleiten, widersprüchliche Signale aus der EU und eine zarte Andeutung von Zinserhöhungen

Die Meldungen der letzten Tage waren dazu angetan, das Edelmetall Gold wieder verstärkt in den Fokus zu rücken: Das Aussetzen der Rückzahlungen der Hypo Alpe Adria-Anleihen bringt nicht nur die Commerzbank, die mit 400 Millionen Euro engagiert ist, in Bedrängnis, die Düsseldorfer Hypo musste unter Aufsicht des Einlagensicherungsfonds gestellt werden. Weitere Landesbanken werden ebenfalls mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, wenn sich das österreichische Bundesland Kärnten aus der Ausfallhaftung winden kann. Zunächst sind die Zahlungen für mehr als ein Jahr ausgesetzt worden.

Gleichzeitig machen weitere Euro-Mitglieder, wie beispielsweise Irland und Portugal, klar, dass auch sie von der strikten Sparpolitik abkehren wollen, nicht zuletzt die anstehenden Wahlen setzen die Regierungen zusätzlich unter Druck. Die Politik der Troika gerät zunehmend in Kritik, zumal sich die Entscheidung über einen GREXIT in den nächsten Tagen abzeichnen wird: Das von der neuen griechischen Regierung erlassene Gesetz zur Unterstützung der notleidenden Bevölkerung mit einem Volumen von rund 200 Millionen Euro wurde von der EU-Kommission stark angegriffen – ohne dass dies auf die Entscheidung in Griechenland Einfluss gehabt hätte. Die aktuellen Verhandlungen in Brüssel lassen nur zwei Wege offen: Entweder gibt die EU nach, weil Griechenland insbesondere für die NATO eine entscheidende Rolle spielt, oder der Austritt aus der Gemeinschaftswährung wird im Rahmen einer Staatspleite beschlossen – inklusive aller katastrophalen politischen Auswirkungen.

Die FED wiederum hat vorsichtig angedeutet, im April eventuell über eine moderate Anhebung der Zinsen nachzudenken, was allerdings angesichts der exorbitanten Staatsverschuldung und der bei näherer Betrachtung schlechten Wirtschaftsdaten mehr als unwahrscheinlich ist.

Gold – wie geht es weiter?

Vor dem Hintergrund der wachsenden Unsicherheit, die nicht zuletzt am Ansteigen des VDAX-New abzulesen ist, und der politischen Spannungen innerhalb der EU zeichnet sich die Korrektur am europäischen Aktienmarkt ab. Als Absicherung dürfte Gold in den Vordergrund rücken, denn die Gewinnmitnahmen müssen angelegt werden. Vor allem sollten die Bankenpleiten und -probleme in Europa wachsam beobachtet werden – im Jahr 2007 gingen sie einer drastischen Verwerfung voraus. Umsichtige Anleger befassen sich kurzfristig mit neuen Strategien und sichern ihre Aktiengewinne – bevor der Goldpreis nach oben schießt.