Aktueller Goldkurs

17.08.18, 23:00 Uhr (GMT)

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Gold: Grundsätzliche Fragen nach leichter Stabilisierung

Es war eine turbulente Handelswoche, die dem Edelmetall jedoch nur bedingt helfen konnte. Nicht zuletzt die schwache Gemeinschaftswährung dürfte dazu beigetragen haben. Allerdings werden die Fragen nach den tatsächlich verfügbaren Goldbeständen immer lauter.

Aktienmärkte volatil: Wirtschaftsdaten nicht überzeugend

Zur Mitte der Handelswoche sahen sich die US-Indizes einem starken Druck ausgesetzt: Die anziehende Inflation auf der einen Seite und die schwachen Wirtschaftsdaten der großen Werte andererseits sorgten für einen Rutsch, der jedoch zum Ende der Woche weitestgehend ausgeglichen werden konnte. Gold konnte nur bedingt profitieren, bewegt sich aber leicht stabilisiert seitwärts: Während der Tag der Arbeit noch einen Rücksetzer auf 1.302 US-Dollar je Feinunze brachte, schloss der Goldpreis die Handelswoche mit 1.315 US-Dollar für die Feinunze ab. Die wichtige Marke von 1.300 US-Dollar je Feinunze konnte also gehalten werden, was durchaus Potenzial nach oben eröffnet. Allerdings sollten sich Anleger mit der Natur dieses Edelmetalls vertraut machen, um eine nachhaltig erfolgreiche Entscheidung zu treffen.

Gold: Weniger Rohstoff, mehr Währung

Die Zentralbanken geben sich alle Mühe, Gold als eine Rohstoff-Anlageklasse darzustellen – und horten doch selbst mehr als 35.000 Tonnen weltweit in ihren Tresoren. Darauf haben sie jedoch kein Monopol, sondern ausschließlich auf Papierwährungen, die weitestgehend ungedeckt sind. Das trifft jedoch fatalerweise auch auf eine ganze Reihe von Gold-Futures zu: Die generell geltende Auslieferungspflicht von 28 Tagen, innerhalb der den Terminverkäufen mit einer Lieferung von physischem Gold nachgekommen werden muss, wird zum Damoklesschwert: Der Versuch, diese berechtigten Forderungen zu erfüllen, würden den Futures-Handel zusammenbrechen lassen. Der Grund: Es gibt zu wenig Gold.

Derzeit lassen sich mehrere bedenkliche Trends feststellen, wie beispielsweise die angestrebte Rückführung der in den USA gelagerten europäischen Goldbestände, die Aufkäufe von Gold durch China, die permanent sinkenden Lagerbestände an der COMEX und gleichzeitig steigenden Goldkäufe durch außerhalb der Banken agierende private Anbieter und nicht zuletzt die Fälschungen und illegal ersetzten Goldbarren. Die aktuellen Störungen, Engpässe und Verzögerungen verstärken sich – und bergen ein gefährlich destruktives Potenzial in sich: Ein echter Lieferausfall scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Dieser könnte wiederum einen Run auslösen, was den Goldpreis in die Höhe treiben und letztendlich zu drastischen Maßnahmen führen würde.

Für Goldanleger heißt das, günstige Gelegenheiten für physisches Gold zu nutzen, die Lieferung genau zu prüfen und sicher zu deponieren. Auch wenn die Gerüchte um die schwindenden Goldbestände nicht neu sind, werden sie doch lauter. Und eines ist klar: Kommt es zu Turbulenzen auf dem Goldmarkt, ist der Schritt bis zu den Kapitalmärkten nicht weit, denn Gold ist Geld.