Aktueller Goldkurs

23.06.17, 22:59 Uhr (GMT)

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Gold gehört ins Depot – globale Risiken steigen

Die großen Notenbanken befinden sich in einem wahren Dilemma, entsprechend widersprüchlich fallen ihre Entscheidungen aus. Der Goldpreis hat zwar etwas nachgegeben, allerdings lohnt sich ein Blick auf die US-Wirtschaftsdaten – und ein Investment in physisches Gold.

FED und EZB – der Tanz am Rande des Vulkans

Die FED will die Zinsen weiter anheben, obwohl die US-Industrieproduktion zuletzt geschrumpft ist. Die EZB deutet eine Straffung ihrer Geldpolitik an – die Aktienmärkte haben nur kurz gezuckt, um nun wieder zu steigen. So weit, so gut. Allerdings dürften drastische Zinsanhebungen von Seiten der Notenbanken nicht zu erwarten sein. Letztendlich sind die Staaten nicht daran interessiert, ihre Schuldenlast zu erhöhen – für einige wäre es schlichtweg nicht eine Katastrophe. Hier den richtigen Weg zu finden, um einerseits die ausufernde digitale Bankengeldmenge wieder einzufangen und andererseits den Staatsinteressen gerecht zu werden, erfordert die Quadratur des Kreises.

Ein Blick in die USA: Zeichnet sich der nächste Crash schon ab?

Vor allem sollten die aktuellen Signale aus der größten Volkswirtschaft der Welt nachdenklich machen, erinnern sie doch an die Zeit 2006/2007: Fallende Immobilienpreise gingen mit Warnsignalen aus der Realwirtschaft einher – und trotzdem stiegen die Aktienkurse weiter an. Umsichtige Mahner wurden ausgelacht. Auch heute geht die Kreditvergabe zurück, steigen die Ausfallquoten bei den Kreditkartenverbindlichkeiten, sowohl der Automarkt als auch der stationäre Einzelhandel kollabieren.

Seit Anfang 2017 mussten mehr als 300 Einzelhändler Insolvenz anmelden, das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von 31 Prozent. Das ist jedoch erst der Anfang, eine Studie geht von mehr als 8.600 Geschäften aus, die noch in diesem Jahr vom Erdboden verschwinden werden. Als Beispiel wird Sears, eine größere Einzelhandelskette, angeführt die um ihr Überleben kämpft und einen Schrumpfprozess durchläuft. Fatal sind die hohen Schulden, die im Zuge der Finanzkrise zu niedrigen Zinsen aufgenommen wurden. Mit dem Einbruch der Geschäfte treten die Konsequenzen nun zutage: Die Schulden können ganz einfach nicht mehr bedient werden.

Gold als Sicherheit für schwierige Zeiten

Schon vor diesem Hintergrund wird Gold immer interessanter, um Vermögen vor wahrscheinlicher werdenden Verwerfungen am Markt zu schützen. Dass die Probleme in der US-Wirtschaft sich durchaus global auswirken, wurde bereits vor zehn Jahren bewiesen – Vorsorge zu treffen, kann also nur sinnvoll sein. Gleichzeitig eröffnet Gold natürlich auch Wertsteigerungspotenzial. So sieht die Commerzbank in ihrer aktuellen Studie den Goldpreis zum Jahresende bei 1.300 US-Dollar für die Feinunze. In diese Richtung hatte er sich bereits in der letzten Woche bewegt, bevor er nach den Notenbank-Entscheidungen korrigierte. Die aktuellen 1.255 US-Dollar für die Feinunze stellen damit eine gute Einstiegsmöglichkeit dar.