Aktueller Goldkurs

28.06.17, 16:09 Uhr (GMT)

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Gold: Erwartete Gewinnmitnahmen nach Super-Donnerstag

Die vergangenen Stunden hatten es in sich: Die EZB bleibt bei ihrer Nullzinspolitik, US-Präsident Donald Trump dürfte mit einem blauen Auge davon kommen und Theresa May hat sich selbst das Stuhlbein angesägt. Der Goldpreis gibt nach – zumindest zunächst.

Super-Donnerstag – Märkte reagieren bislang relativ entspannt

Die EZB-Sitzung war mit Spannung erwartet worden, stand doch die Möglichkeit einer Beendigung der ultralockeren Geldpolitik im Raum. Aber weit gefehlt, Mario Draghi schätzte die wirtschaftliche Entwicklung als nicht stark genug ein, um einen solchen Schritt zu gehen – die Zinsen bleiben, wo sie sind. Natürlich dürfte auch eine Rolle spielen, dass schon im Vorfeld vor Verwerfungen auf den Märkten gewarnt worden war, sollte die EZB den Geldhahn zudrehen – und das ist angesichts der brisanten Situation in der Euro-Zone tunlichst zu vermeiden.

Gleichzeitig schritten in Großbritannien die Wähler erneut zur Tat, Theresa May wollte ihre Handlungsbasis stärken – auch das ging nach hinten los: Die Konservativen verloren ihre absolute Mehrheit, Jeremy Corbyn konnte mit seiner Labour-Partei deutlich aufholen. Damit dürften die EU-Austrittsverhandlungen für die britische Regierung, über deren Zusammensetzung nun erst einmal verhandelt werden muss, ausgesprochen schwierig werden.

Auf der anderen Seite des Globus musste Donald Trump mit ansehen, wie der EX-FBI-Chef Comey über seine Erfahrungen mit dem neuen US-Präsidenten auspackte. Allerdings haben sich die Republikaner nicht beeindrucken lassen, sie verabschiedeten in aller Ruhe und relativ unbemerkt ein heikles Gesetz. Alles in allem reagierten die Märkte ruhig, das Britische Pfund gab zwar etwas nach, die weiteren Entwicklungen bleiben jedoch abzuwarten.

Goldpreis gibt nach – Gewinne werden realisiert

Nach einem Anstieg auf 1.290 US-Dollar je Feinunze gab der Goldpreis mit der EZB-Entscheidung zunächst bis auf 1.271 US-Dollar für die Feinunze nach, konnte aber auch gleich wieder zur Gegenbewegung ansetzen. Hier wurden ganz offensichtlich Gewinne mitgenommen. Derzeit bewegt sich das Edelmetall auf einem Niveau von 1.275 US-Dollar je Feinunze seitwärts, die Voraussetzungen für einen weiteren Anstieg sind nicht schlecht. Auch die Gold-ETFs verzeichnen starke Zuflüsse, was nicht zuletzt den wachsenden globalen Risiken geschuldet sein dürfte.

Insbesondere die arabische Welt macht aktuell von sich reden, der Iran wurde Ziel islamistischen Terrors, das Emirat Katar wurde von seinen Nachbarstaaten isoliert: Es läuft auf einen Konflikt zwischen dem sunnitischen Saudi-Arabien und dem schiitischen Iran hinaus – und der birgt reichlich Zündstoff in sich, was die ohnehin unter zahlreichen Konflikten leidende Region weiter destabilisiert. Um Potenzial für einen Anstieg des Goldpreises zu erkennen, reicht allerdings schon der Blick auf den eigenen Kontinent: Eine Italienische Bank wankt und wird gerettet, die spanische Banco Popular wird abgewickelt – die Finanzkrise ist noch lange nicht ausgestanden.