Aktueller Goldkurs

14.12.17, 19:54 Uhr (GMT)

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Gold erobert 1.200-er Marke zurück – Signal für Aufwärtstrend?

Mit einem Kurssprung von rund 20 US-Dollar je Feinunze reagierte Gold auf das militärische Eingreifen Saudi-Arabiens in die Auseinandersetzungen im Jemen, bevor sich das Edelmetall wieder auf einem Niveau von 1.205 US-Dollar je Feinunze einpendelte. Damit wurde die wichtige 1.200-er Marke gerissen und der Grundstein für eine Aufwärtsbewegung gelegt.

Konflikt im Nahen Osten eskaliert

Die Meldungen aus dem Jemen überschlagen sich, der sunnitische Präsident Hadi soll sich abgesetzt haben, die schiitischen Huthi-Rebellen rücken vor – unterstützt vom Iran. Die besondere geografische Lage des Jemen macht dessen Bedeutung aus: Die Meeresstraße Bab al-Mandab, gerade einmal 27 km breit, verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und ist eine wichtige Kreuzung für die saudi-arabischen Öltransporte. Kommt es nun hier zur Schließung, ist der Zugang vom Persischen Golf zum Suez-Kanal behindert. Darüber hinaus wächst natürlich die Gefahr, dass Saudi-Arabien und der Iran in einen direkten Konflikt eintreten könnten. Neben Gold setzte auch der Ölpreis zum Anstieg an, selbst bei den enormen Vorräten, die durch die nach wie vor hohen Fördermengen angelegt wurden, wurde das steigende Risiko eingepreist.

Wirtschaftslage in den USA gerät in den Fokus

Die Daten für das II. Quartal würden den kritischen Zustand der US-amerikanischen Wirtschaft erstmals deutlich belegen, davon geht Albert Edwards, Anlagespezialist der Société Générale, in einem Vortrag anlässlich einer Investment-Konferenz in Frankfurt aus. Wie Alan Greenspan sieht auch er die Ursachen für eine drohende Rezession in den fehlenden Investitionen, darüber hinaus aber auch in der zunehmenden Verschuldung der Unternehmen, die mit schrumpfenden Margen zu kämpfen hätten. Zahlungsausfälle werden also immer wahrscheinlicher, was sich auch in den Renditen für Anleihen niederschlagen wird. Die Auswirkungen auf die Märkte könnten verheerend werden. Ein weiteres QE-Programm der FED sieht er als wahrscheinlich an. Angesichts der Entwicklungen rät Edwards, einen Teil des Portfolios in Gold zu investieren.

Euro-Zone weiter unter Spannung

Aber auch in der Euro-Zone kann nicht von Entspannung die Rede sein. Neben Griechenland, das weiterhin um seine Zahlungsfähigkeit kämpft, zieht Frankreich die Aufmerksamkeit auf sich. Die Wirtschaftsentwicklung macht dem Land ebenso zu schaffen wie die politischen Verwerfungen nach den Kommunalwahlen am letzten Wochenende. Die im Herbst anstehenden Parlamentswahlen könnten einen drastischen Richtungswechsel eröffnen – damit Auseinandersetzungen mit der EU. Die Märkte haben bereits nervös auf die vielfältigen Spannungen reagiert, die großen Indizes schwenkten ins Minus. Für Geldanleger empfehlen sich nun Absicherungsstrategien, zu denen Gold in jedem Fall gehört. Die Nachfrage nach der Krisenwährung steigt, der Preis dürfte diesem Trend folgen.