Aktueller Goldkurs

20.09.18, 22:59 Uhr (GMT)

1.038 Euro | 1.207 USD

Gold – Erholung nach Einbruch

In den letzten Tagen musste Gold einen Rücksetzer auf 1.190 US-Dollar je Feinunze verkraften, konnten sich aber deutlich erholen. Auslöser war eine Euphorie an die Aktienmärkten – der allerdings eine Ernüchterung folgte.

Konjunkturdaten belasten Börsen – Gold erholt sich

Konnte zunächst der Dow Jones den höchsten Zuwachs an einem Börsentag vermelden, nachdem die Erhöhung der Leitzinsen wiederum in die Ferne gerückt worden war. Dann musste er am Donnerstag den stärksten Einbruch verzeichnen: Mit aktuell 16.659 Punkten büßte er im Laufe des Tages rund 300 Punkte ein. Die Erwartungen für die Weltwirtschaft waren zuvor deutlich nach unten korrigiert worden, vor allem die Euro-Zone muss sich mit stagnierenden Zahlen auseinandersetzen. Im Gegenzug gab auch der US-Dollar nach, für einen Euro müssen jetzt 1,27 US-Dollar aufgebracht werden. Auch der DAX brach am Donnerstag kräftig ein und notierte wieder unter der 9.000-er Grenze.

Für das gelbe Edelmetall ging es zunächst bergab, allerdings hielt die wichtige Unterstützungslinie bei 1.190 US-Dollar je Feinunze. Mit dem Abschwächen der US-amerikanischen Währung erholte sich der Goldpreis sukzessive, durchbrach sogar kurzzeitig 1.230-er Marke und notiert aktuell bei 1.221 US-Dollar je Feinunze. Dazu trugen natürlich auch die anziehenden Kauf-Aktivitäten in China bei, wo die Urlaubssaison zu Ende ging. Die China Gold Association gab ihr neues Einkaufsziel bekannt, die Goldbestände sollen auf 8.500 Tonnen ausgebaut werden.

Deutsche Wirtschaft mit kräftigen Einbußen

Auch für Deutschland waren die turnusmäßig bekannt gegebenen Daten besorgniserregend. Neben dem Export ging auch das Auftragsvolumen deutlich zurück, für die nächsten Monate dürften sich die Aussichten angesichts der immer mehr durchschlagenden Folgen der Sanktionspolitik gegen Russland weiter abkühlen. Zwar ist die Inflation immer noch äußerst niedrig, was die EZB zu weiteren und teilweise kontrovers diskutierten Maßnahmen veranlasst hat, aber die Auseinandersetzungen um die von der EU verhängte Sparpolitik werden lauter. So will sich Frankreich dem Diktat nicht mehr beugen, um die innenpolitischen Probleme in den Griff zu bekommen.

Auf der anderen Seite drohen höhere Ausgaben, die Auseinandersetzungen in Syrien und dem Irak fordern ebenso ihren Tribut wie der anhaltende Konflikt in der Ukraine. Mit dem Ebola-Ausbruch in Afrika, der so nach und nach auch auf Europa überschwappt, steht eine weitere immense Herausforderung vor der Weltgemeinschaft. So sehen die Prognosen einiger Experten schwierige Zeiten vor uns, zum Beispiel entwickelte die Deutsche Bank ein Szenario, in dem der Euro drastisch an Wert verlieren und eine Kapitalflucht aus Europa einsetzen wird. Für Goldinvestoren sind das wichtige Argumente, die überdacht werden sollten.