Aktueller Goldkurs

17.08.17, 09:44 Uhr (GMT)

1.098 Euro | 1.289 USD

Gold – das knappe Edelmetall

Der Goldpreis zeigt sich in den letzten Tagen wieder freundlicher, nicht zuletzt die EZB dürfte dazu beigetragen haben. Generell zeichnet sich aber eine Verknappung ab, die eine Kursexplosion auslösen könnte.

EZB bleibt bei Nullzinspolitik – Goldpreis profitiert

Das Festhalten an den extrem niedrigen Zinsen wirkte sich positiv auf den Goldpreis aus, der aktuell wieder um 1.246 US-Dollar für die Feinunze notiert – Tendenz steigend. Die nächsten Marken wären demnach 1.248 und 1.250 US-Dollar für die Feinunze, die wiederum die Basis für einen Anstieg über die Marke von 1.260 US-Dollar für die Feinunze sein könnten. In der Gegenrichtung entscheidet sich die weitere Preisentwicklung bei 1.235 US-Dollar je Feinunze. Werden diese unterschritten, kann der Goldpreis durchaus wieder die 200-Tage-Linie bei 1.229 US-Dollar je Feinunze testen.

Physisches Gold wird knapp – Crash-Gefahr steigt

Goldanleger und vor allem Interessenten sollten ihr Augenmerk auf ein sich zuspitzendes Problem richten: Gold wird nicht nur in physischer Form gehandelt, also beispielsweise durch den Kauf und Verkauf von Barren und Münzen. Sogenanntes Papiergold stellt einen verbrieften Anspruch auf physisches Gold dar, wird jedoch nur zu einem kleinen Teil ausgeübt. Der Anleger profitiert demnach von der Entwicklung des Goldpreises, ohne das Gold selbst zu besitzen. Nun liegt es in der Natur dieser Papiere, dass diese nur zu einem Bruchteil tatsächlich mit Gold unterlegt sind.

Einige Experten haben sich nun damit befasst, wie viel physisches Gold notwendig wäre, um die gesamten verbrieften Lieferungen zu realisieren. Das Ergebnis ist niederschmetternd, denn das Umlaufgold, das also tatsächlich zum Handel zur Verfügung steht, reicht bei Weitem nicht aus. Es kam bereits zu Engpässen an den entsprechenden Handelsplätzen, die eine Anforderung grundsätzlich innerhalb von 28 Tagen ausliefern müssen. Diese Frist wird oft genug überschritten, da die Händler zunächst physisches Gold nachkaufen müssen, was aufgrund der Knappheit zunehmend zum Problem werden kann.

Fazit: Wer sich früh eindeckt, hat die größten Chancen

Nicht zu vergessen ist nämlich, dass die Rückführung der staatlichen Goldbestände aus den USA in die verschiedenen Länder den Umlaufbestand ebenso reduziert wie das Abziehen der privaten Bestände aus den Tresoren der Banken. Kommt es hier an einer Stelle zu einem Lieferausfall, dürfte eine Kettenreaktion ausgelöst werden: Zum einen stiege der Goldpreis explosionsartig an, da die Nachfrage das Angebot bei Weitem überschreitet. Zum anderen dürften die Handelsplätze den Goldhandel über kurz oder lang einstellen (müssen). Wer bis dahin noch keine Bestände an physischem Gold hat, dem würde dies in Zukunft verwehrt bleiben.