Aktueller Goldkurs

19.01.18, 12:34 Uhr (GMT)

1.091 Euro | 1.335 USD

Gold – das erste Comeback des Jahres?

Mit einem ordentlichen Satz befreite sich das Edelmetall vor Wochenfrist aus einer Abwärtsbewegung: Der Goldpreis kletterte von weniger als 1.080 US-Dollar auf knapp 1.100 US-Dollar je Feinunze. Das bisherige Jahreshoch bei 1.111 US-Dollar für die Feinunze ist nun das neue Ziel – auf dem weiteren Weg nach oben.

Die Charts: Potenzial für erneuten Anstieg gegeben

Ein erster Test ist bereits erfolgt, der Goldpreis bewegte sich in den letzten Tagen kontinuierlich aufwärts und kratzte schon an der 1.110-US-Dollar-Marke. Als neue Unterstützung kann der Preis von 1.097 US-Dollar je Feinunze angesehen werden, kritisch wird es hingegen, fällt der Goldpreis unter 1.095 und in der Folge unter 1.090 US-Dollar je Feinunze – dann kann es auch zurück auf 1.079 US-Dollar gehen. Der erste Widerstand ist bei 1.105 US-Dollar zu erwarten, dessen Überwindung den Weg zum bisherigen Jahreshoch freimachen könnte – die 1.111 US-Dollar je Feinunze.

Die Krisenstimmung: Gold empfiehlt sich mehr denn je

Aktuell vergeht kein Tag, an dem nicht ein prominenter Investor oder Ökonom vor einer Krise warnt, die größere Ausmaße als im Jahr 2008 annehmen könnte. George Soros sieht gar den Zerfall der EU voraus, sollte nicht ein Investitionsprogramm analog des Marshall-Planes initiiert werden – vor allem für Osteuropa. Selbst William White, der Chairman beim Economic Development and Review Committee der OECD, äußerte in Davos seine Bedenken, die Situation im Weltfinanzsystem sei noch schlimmer als im Jahr 2007. Vor allem sei die Munition der Zentralbanken praktisch aufgebraucht und angesichts der enormen Staatsverschuldung würden massive Verwerfungen immer wahrscheinlicher.

Die Zentralbanken und die angerichtete Unordnung

Insbesondere das Schuldenproblem, für das White nur einen drastischen Schnitt als Lösung sieht, dürfte für Anleger aller Größenordnungen wichtig werden: Seit dem 1.1.2016 gelten die neuen EU-Regeln, nach denen die Banken-Gläubiger deren Rettung bestreiten müssen. Selbst die Einlagensicherung von bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank steht auf wackeligen Füßen, sie hängt davon ab, welche Bank als erstes ins Straucheln gerät. Dass es hier zu kritischen Situationen kommt, zeigt das aktuelle Beispiel Italien: Die eben noch beschlossene Bail-In-Klausel wurde kurzerhand außer Kraft gesetzt, die faulen Kredite in gigantischen Größenordnungen sollen nun doch über Staatsgarantien und damit die Steuerzahler bereinigt werden – Ausgang ungewiss. William White geht noch weiter: Er sieht den Punkt der Unordnung erreicht, weil die Zentralbanken versucht hätten, ein Solvenz-Problem zu lösen, dazu aber gar nicht in der Lage wären. Frei nach den Experten der RSB: Rette sich, wer kann!