Aktueller Goldkurs

26.04.17, 08:09 Uhr (GMT)

1.161 Euro | 1.265 USD

Gold & Co.: Die Märkte schauen gebannt nach Washington DC

Eine gespannte Ruhe macht sich breit, bevor am Abend der neue US-Präsident Donald Trump in sein Amt eingeführt wird. Gold hält die wichtige Marke von 1.200 US-Dollar für die Feinunze – alles Weitere wird sich zeigen müssen.

Crash oder weiterer Aufwärtstrend?

Die mit dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten verbundenen Prognosen gehen weit auseinander: Wurden schon nach der Wahlentscheidung die positiven Erwartungen der US-Wirtschaft in die Börsenkurse eingepreist, prophezeit mit George Soros ein sogenannter Starinvestor einen relativ kurzfristigen Börsencrash. Er sieht einige Blasen platzen, weil Trump in erster Linie für Verunsicherung sorgen würde – und schob eine ganze Reihe an Beleidigungen hinterher.

Im Gegensatz dazu schätzte Janet Yellen den Zustand und die Aussichten für die US-Wirtschaft deutlich positiver ein: Sie konstatierte, dass die Inflation sich dem angepeilten Wert annähert und auch der Arbeitsmarkt in einem sehr guten Zustand wäre. Allerdings nahm sie in der Folge die zunächst geschürten Erwartungen in Bezug auf eine Anhebung der Zinsen etwas zurück und sprach nur noch von “graduellen” Erhöhungen. Es ist aber generell nicht damit zu rechnen, dass die FED bereits im März aktiv wird. Zunächst wird sie wohl die ersten Aktivitäten des neuen US-Präsidenten abwarten.

Auch die EZB bleibt auf dem Kurs der Nullzinspolitik, selbst die gestiegenen Inflationsraten und anziehende Konjunktur konnten Mario Draghi nicht überzeugen. Die niedrigen Zinsen wären demnach nötig, um für Stabilisierung in der Euro-Zone zu sorgen. Es darf nicht verkannt werden, dass auch die EU gespannt nach Washington blickt, ob die erste offizielle Rede als Präsident irgendeinen Aufschluss zur kommenden Politik geben wird. Konkretes wird wohl nicht zu erwarten sein, ab jetzt zählen jedoch die Taten.

Gold profitiert von Unsicherheit an den Märkten

Der Goldpreis fiel zwar Anfang dieser Handelswoche noch einmal auf 1.190 US-Dollar je Feinunze, konnte sich jedoch schnell erholen und zwischenzeitlich auch über 1.217 US-Dollar für die Feinunze steigen. Nach dem Statement von Jane Yellen kehrte der Goldpreis auf die Marke von 1.200 US-Dollar für die Feinunze zurück und pendelt seither seitwärts. Unterstützt wurde der Aufwärtstrend des physischen Edelmetalls auch die eine steigende Nachfrage bei Gold-ETFs. Vor allem in Deutschland, China und Großbritannien könnten starke Zuflüsse verzeichnet werden – was auch vorsichtige Rückschlüsse auf Strategien in Bezug auf die vom IWF gemeldeten politischen Risiken in Europa und eventuelle Probleme in China zulässt. Ob nun Soros Recht behält, die Briten wie angekündigt einen harten Brexit hinlegen oder es in Frankreich zum Richtungswechsel nach der Wahl kommt – mit physischem Gold sind Anleger optimal aufgestellt.