Aktueller Goldkurs

15.12.17, 23:00 Uhr (GMT)

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Gold-Charts: “Drei weiße Soldaten” kräftig am Werk

“Three white soldiers” – so wird eine Chart-Formation aus drei weißen Tageskerzen für eine starke Aufwärtsbewegung bezeichnet. Zu sehen war dieses Candlestick-Muster in dieser Woche in den Gold-Charts, die Goldpreis-Entwicklung bestätigte die technische Analyse: Die 1.150-US-Dollar-Marke wurde geknackt. Allerdings sind nun auch Gewinnmitnahmen zu erwarten – der Trend zeigt trotzdem nach oben.

Die Woche im Bann der Autoindustrie

Mit knapp 1.140 US-Dollar je Feinunze eröffnete das Edelmetall die Handelswoche, allerdings nutzten viele Investoren diese Chance, um Gewinne zu realisieren. In der Folge ging der Goldpreis auf 1.123 US-Dollar je Feinunze zurück, um zu einem fulminanten Spurt anzusetzen. Am Donnerstag kratzte Gold an 1.156 US-Dollar je Feinunze, seither bewegt er sich auf einem etwas niedrigeren Niveau seitwärts – es wird Kasse gemacht. Die “Drei weißen Soldaten” sind aber noch aktiv, als neuer Widerstand wurden 1.170 US-Dollar je Feinunze ermittelt. Werden die durchbrochen, kann es einen kräftigen Sprung nach oben geben.

Als Antrieb für den Goldpreis kommen die Analysten nicht um den Skandal um VW und in der Folge wohl auch BMW herum, auch wenn es hier einiges zu hinterfragen gibt. Geschönte Abgaswerte bei des Diesel-Fahrzeugen wurden ins Feld geführt, um der neuen Nummer Eins auf dem Automarkt den Garaus zu machen. Bei aller Verwerflichkeit in diesem Vorgehen, das ein Konzern wie VW überhaupt nicht nötig hat: Das Timing macht nachdenklich. VW hatte gerade Toyota an der Spitze der größten Automobilhersteller weltweit abgelöst, war mit neuen Modellen aufgefallen – und ausgerechnet jetzt verursachen zu niedrig angegebene Werte einen derartigen Einbruch mit tiefgreifenden personellen Konsequenzen? Wem nützt das? Diese berechtigte Frage soll an dieser Stelle unbeantwortet bleiben.

Gold als Alternative – Investoren fliehen aus dem Euro-Raum

Der Kapitalabfluss aus dem Euro-Raum nahm in den letzten Tagen beängstigende Züge an, die Meldungen von VW und nun auch BMW waren da offenbar das Zünglein an der Waage. Dass Gold wieder verstärkt Zuspruch erhält, ließ sich an den sprunghaften Anstiegen im Goldpreis ablesen. Da nicht davon auszugehen ist, dass der Auto-Skandal schnell eingegrenzt wird, hier wird schon die US-Rechtsprechung dagegen wirken, dürfte die Tendenz weiter anhalten. Im Gegenteil, erste Gerüchte um ähnliche Probleme bei BMW ließen auch diese Aktie einbrechen, weitere Hersteller dürften wohl folgen.

Über all den Trubel um Diesel-Abgaswerte darf die immer brisanter werdende Flüchtlingssituation nicht vergessen werden: Der Zustrom hält entgegen aller Bemühungen an, so lange nicht die Ursachen behoben sind – hier wollen die Entscheider in der EU nun ansetzen. Gold wird stärker in den Fokus rücken – die “Drei weißen Soldaten” sorgen dafür.