Aktueller Goldkurs

22.09.17, 15:33 Uhr (GMT)

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Gerüchte um Tapering und Zinsanhebung – Gold mit Preissturz

Werden die Notenbanken ihre Geldpolitik straffen – oder doch nicht? Allein die Gerüchte um FED und EZB reichten aus, um Anleihe-Renditen nach oben zu befördern – und die Preise der Edelmetalle nach unten. Ist der Boden bereits erreicht?

Wer zuckt zuerst – FED oder EZB?

Es war ein unseliges Zusammentreffen unterschiedlicher Gerüchte: Die Annahme, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Anleihekäufe reduzieren, also “tapern”, wird, wurde begleitet von auf den ersten Blick positiven Arbeitsmarktdaten aus den USA. Als sich dann noch zwei US-Notenbanker, nämlich Jeffrey Lacker von der FED in Richmond und Loretta Mester von der FED in Cleveland, dafür ausgesprochen haben, dass die FED noch vor der US-Präsidentschaftswahl den nächsten Schritt der vor rund einem Jahr eingeleiteten Zinswende in Angriff nehmen sollten, reichte der im Vergleich zum Britischen Pfund starke US-Dollar aus, die Zinsen für Staatsanleihen signifikant ansteigen – und die Edelmetalle abstürzen zu lassen.

Drastische Preiskorrekturen – Gold und Silber stark betroffen

Wer am Dienstag die Kursentwicklung verfolgt hat, konnte nur eines feststellen: Es ging stetig bergab. Gold fiel von knapp 1.320 US-Dollar für die Feinunze innerhalb kürzester Zeit auf unter 1.270 US-Dollar je Feinunze. Prognostizierten dann bereits erste Experten, dass die Korrektur nun beendet sei, ging es indes noch weiter: Gold sackte bis auf 1.250 US-Dollar je Feinunze durch und kämpft seither um Stabilisierung – eine entschiedene Gegenbewegung ist allerdings derzeit nicht zu erkennen. Bei Silber war eine ähnliche Entwicklung zu konstatieren, die Feinunze kostete Anfang der Woche noch reichlich 19 US-Dollar, aktuell weniger als 17,3 US-Dollar.

Bei dem extrem großen Schritt, den Gold nach unten gemacht hat, wurden sowohl die psychologisch wichtige Marke von 1.300 US-Dollar je Feinunze als auch die 100-Tages-Linie durchbrochen, was zu starken Verkaufsimpulsen geführt und damit einen Verkaufssog ausgelöst hat. Die Frage, ob wir aktuell bereits eine Bodenbildung verzeichnen, die interessante Chancen für Investitionen eröffnen könnte, muss in den nächsten Tagen beantwortet werden.

Gold – “optimale” Bedingungen im Umfeld

Keines der zahlreichen Probleme, die in den letzten Monaten den Goldpreis kräftig nach oben getrieben haben, ist bislang gelöst: In Syrien fallen nach wie vor Bomben, die europäischen Banken kämpfen um ihr Überleben, Großbritannien wird beim Thema Brexit konkret, die Europäische Union versucht krampfhaft den Schulterschluss und eine Reform ihrer Strukturen – Millionen Flüchtlinge sind auf dem Weg. Selbst aus der Wirtschaft ist nichts Positives zu vermelden, ein klarer Blick auf die fatale Verschuldungssituation in den USA würde die Perspektive zurechtrücken und das ganze Ausmaß darstellen – der Boden für einen kräftigen Goldpreisanstieg ist bereitet.