Aktueller Goldkurs

19.10.17, 10:55 Uhr (GMT)

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Feste Konjunkturdaten und US-Währung: Goldpreis wieder unter Druck

Der Goldpreis markierte ein neues Zwei-Monatstief, nachdem die US-Wirtschaft mit positiven Nachrichten glänzen und den US-Dollar stärken konnte. Bislang blieb eine stärkere Korrektur des Edelmetalls jedoch aus.

Gefallener Goldpreis: Das wirtschaftliche Umfeld

Die wichtige 100-Tageslinie hat nicht gehalten, der Goldpreis rutschte unter die Marke von 1.166 US-Dollar je Feinunze und war damit so niedrig, wie seit zwei Monaten nicht mehr. Auf der anderen Seite konnte der US-Dollar zulegen und wieder in Regionen vordringen, die er seit Mitte August nicht mehr gesehen hatte. Ursache für beide Entwicklungen waren die Konjunkturdaten aus dem USA, die naturgemäß die Erwartungen an die FED schüren, die Zinsen wirklich noch im Dezember anzuheben. Hatte die US-Notenbank bislang noch gezögert, dürften die Argumente nun ausreichen.

Der Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie überraschte sogar mit einem Sechs-Jahres-Hoch, was einer ausgesprochen starken Auftragslage geschuldet ist. Ebenso eindrücklich überzeugte der Dienstleistungssektor. Da gleichzeitig keine hohe Inflationsdynamik zu verzeichnen ist, die Aktienindizes jedoch immer neue Rekordmarken verzeichnen, hat es das Edelmetall derzeit sehr schwer.

Anleger meiden Gold – neue Chancen für Einstieg nutzen

Vor diesem Hintergrund ist es durchaus nachzuvollziehen, dass sich die Investoren von ihren Gold-ETFs trennen: Allein die von Bloomberg erfassten Abflüsse belaufen sich für die vier vergangenen Handelstage auf fast zehn Tonnen, SPDR Gold Trust, der größte ETF, kommt sogar auf 13,6 Tonnen. Es steht zu vermuten, dass hier in Richtung Aktien umgeschichtet wurde – was nicht ohne Risiko ist. Zunächst werden die US-Arbeitsmarktdaten weitere Orientierung geben. Hier ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Wirbelstürme Harvey und Irma auch auf diesem Gebiet ihre Spuren hinterlassen, der Stellenaufbau dürfte für den Vormonat mit Sicherheit niedriger als geplant ausgefallen sein. Die Daten sind also nur mit Vorsicht zu betrachten – und werden mit Sicherheit vom Markt nicht so ernst genommen werden.

Für Gold wird es in den nächsten Tagen schwer, sich wieder der wichtigen Marke von 1.300 US-Dollar je Feinunze zu nähern. Auch wenn es im September noch nach einem kräftigen Ausbruch nach oben aussah, konnte sich das Edelmetall nicht behaupten. Die Konjunkturdaten waren ganz einfach zu gut. Sollten die Realzinsen weiterhin niedrig bleiben, eröffnen sich neue Chancen, da die Inflationsrisiken steigen. Auch die Aktienmärkte sollten mit Vorsicht betrachtet werden, hier wird schon seit längerer Zeit eine Überhitzung befürchtet. Sollte der Goldpreis noch weiter nachgeben, eröffnen sich auch wieder gute Einstiegschancen. Für die Anleger, die monatlich in gleichbleibenden Beträgen Gold erwerben, spielen die Schwankungen ohnehin nur eine kleine Rolle – sie profitieren nämlich vom Cost-Average-Effekt.