Aktueller Goldkurs

16.10.18, 21:19 Uhr (GMT)

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FED-Entscheidung: Gold bleibt unbeeindruckt – zunächst

Die mit Spannung erwartete Zins-Entscheidung der US-amerikanischen Notenbank FED hatte die Aktienmärkte in Schockstarre versetzt, bevor das große Durchatmen ob der weiterhin lockeren Geldpolitik einsetzte. Der Goldpreis ließ sich nicht beeinträchtigen, er stabilisiert sich um die 1.200 US-Dollar je Feinunze. Allerdings wachsen die Unsicherheiten in vielerlei Hinsicht – und damit das Potenzial für das Edelmetall.

Internationale News und ihre Auswirkungen

Zunächst ist natürlich die FED-Entscheidung zu erwähnen, die auf der Grundlage der nur auf den ersten Blick stabilen Wirtschaftsdaten nicht anders zu erwarten war. Die Beeinträchtigungen durch den extrem niedrigen Ölpreis lassen sich auch in den USA nicht von der Hand weisen, darüber hinaus spricht die Zinsentwicklung für Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren eine eigene Sprache: Die Zinsen waren zuletzt auf rund zwei Prozent gefallen. Mit einer politischen Entscheidung kann der US-Präsident die Weichen für eine Eskalation in Europa stellen, denn der “Ucraine Freedom Support Act” sieht nicht nur weitere Sanktionen vor, sondern vor allem die Lieferung von tödlichen Waffen in die Ukraine.

Schon die bisherigen Strafmaßnahmen haben im Zusammenspiel mit dem extrem niedrigen Ölpreis für einen extremen Verfall der russischen Währung gesorgt. Wird nun der Konflikt erneut geschürt, entstehen enorme Risiken: Zum einen könnten die ultranationalen Kräfte in Russland gestärkt und zum anderen der existenziell wichtige Markt für ukrainische Waren geschlossen werden. Beides hätte fatale Auswirkungen auf Europa, dessen Wirtschaft bereits jetzt unter den Sanktionen leidet.

In Griechenland läuft bis zum Jahresende ein Spiel mit hohem Einsatz: Präsident Samaras hatte seinen Posten zur Verfügung gestellt, am 17.12. fand der erste Wahlgang zur Neubesetzung statt. Allerdings konnte, wie erwartet, kein eindeutiges Ergebnis, das mindestens 200 der 300 möglichen Stimmen erfordert, erzielt werden. Der nächste Wahlgang ist nun am 23.12. geplant, sollte auch dieser scheitern, folgt der dritte am 29.12. – und gegebenenfalls die Neuwahl des gesamten Parlamentes im Januar. Aktuell kann die Opposition einen starken Zulauf verzeichnen, nicht zuletzt weil sie gegen die Sparmaßnahmen antritt. Anzunehmen ist allerdings, dass die EU spätestens nach dem zweiten Wahlgang mit Zugeständnissen Einfluss nehmen wird, die die Gemeinschaft ordentlich Geld kosten.

Prognose für Gold – Nachfrage steigt

Insgesamt kann das Edelmetall auf eine stabile Phase verweisen, die Potenzial für einen Aufwärtstrend erkennen lässt. Zum einen steigt ohnehin die Nachfrage nach physischem Gold, zum anderen stehen turbulente Zeiten bevor, die diese Tendenz noch verstärken werden. Auf die lange Sicht hat Gold bisher immer ein enormes Maß an Sicherheit geboten, kurzfristige Gewinne sind nicht ausgeschlossen.