Aktueller Goldkurs

28.07.17, 14:59 Uhr (GMT)

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FED bringt Goldpreis zum Absturz – Stabilisierung erwartet

Die FED zuckt kurz in Richtung Zinswende und löste einige Turbulenzen aus: Für den US-Dollar ging es einen Schritt weiter in Richtung Parität zum Euro, Gold jedoch musste einen Einbruch auf 1.123 US-Dollar für die Feinunze hinnehmen. Die Bodenbildung läuft.

USA: Machtkampf hinter den Kulissen?

Ob es nun eine echte Zinswende wird oder nur ein Test, den die Federal Reserve (FED) mit der Mini-Anhebung der Zinsen startete, das bleibt abzuwarten. Fakt ist jedoch, dass hier auch ein Signal in Richtung des designierten US-Präsidenten Donald Trump geschickt wurde. Dieser hatte sich kritisch zur FED-Politik geäußert, die Retourkutsche folgte auf dem Fuß. Die Märkte hatten schon mit der Wahlentscheidung eine deutliche Belebung erfahren, als die zu erwartende Konjunkturspritze in Form eines Investitionsprogrammes eingepreist wurde. Nun fordern Investoren höhere Zinsen für die US-Staatanleihen, die Renditen steigen kräftig. Hintergrund: Auch die Zweifel wachsen angesichts der Schuldenhöhe und der wahrscheinlich steigenden Inflation.

China hat bereits den Terminhandel mit Staatsanleihen ausgesetzt, hier dürften erhebliche Verwerfungen drohen: Der Bond-Markt wird nicht ohne Grund als die “Mutter aller Blasen” bezeichnet. Selbst die Stiftung Warentest gibt eine Warnung vor US-Staatsanleihen heraus, bezieht sich dabei aber in erster Linie auf die Kursschwankungen beim US-Dollar. Der konnte deutlich profitieren, der Euro fiel zeitweise unter 1,04. Eine so starke US-Währung setzt die Rohstoffpreise unter Druck, selbst die jüngsten Ölpreissteigerungen wurden größtenteils wieder abgegeben.

Goldpreis abgestürzt – wie geht es weiter?

Für Gold kam es dann ganz dick, es stürzte aus einer stabilen Seitwärtsbewegung auf 1.123 US-Dollar für die Feinunze und kämpft seither darum, sich um die Marke von 1.130 US-Dollar für die Feinunze herum wieder zu stabilisieren. Eine wirkliche Entwarnung wäre aber erst nach einer Rückkehr in den Seitwärtskanal bei 1.160 US-Dollar für die Feinunze gegeben. Im Gegenzug kann es durchaus noch einen Test der Februarmarke bei 1.119 US-Dollar für die Feinunze geben, bevor sich das Edelmetall wieder stabilisiert.

Abzuwarten bleibt jetzt die Entwicklung am Bond-Markt. Sollten sich die bereits erkennbaren Verwerfungen vertiefen, dürfte das gesamte Preisgefüge neu geordnet werden – um es vorsichtig auszudrücken. Insbesondere Gold könnte dann wieder in den Fokus rücken, wenn Kapital in einen sicheren Hafen umgeschichtet werden muss. Goldanleger sollten sich nicht irritieren lassen, die Preise in den nächsten Tagen im Auge behalten und die Zeit zum Einstieg nutzen. Nicht nur die “Mutter aller Blasen”, sondern auch die großen Indizes haben eine Ausdehnung erreicht, die vorsichtig machen sollte – und Gold ist aktuell “recht günstig”.