Aktueller Goldkurs

21.07.17, 22:59 Uhr (GMT)

1.078 Euro | 1.255 USD

Experten-Prognose: Gold auf dem Weg zur 1.500 US-Dollar-Marke

Der Goldpreis profitiert von den Brexit-Ängsten, die die Börse in dieser Woche ordentlich durchgeschüttelt haben. Experten gehen von weiteren Höhenflügen in diesem Jahr aus, allerdings dürfen die Rücksetzer durch Gewinnmitnahmen nicht unberücksichtigt bleiben.

Brexit: Kommt er oder kommt er nicht?

Viel Chaos, wenig Klarheit – derzeit macht eben diese Unsicherheit den Märkten zu schaffen. Das Referendum war zwar eindeutig, allerdings will nun kein Verantwortlicher das Heft in die Hand nehmen: Boris Johnson wurde vom Parteikollegen Gove aus einer aussichtsreichen Position gemobbt, Premierminister will er nun mehr werden. Nigel Farage hat zumindest den UKIP-Chefposten zurückgegeben, will aber weiter seine Partei unterstützen – nun müssen neue Kandidaten einen Wahlkampf bestreiten, um dann irgendwann im Herbst ein Statement zur weiteren Verfahrensweise abzugeben.

Natürlich spielen viele Aspekte eine Rolle, denn mit Schottland und Nord-Irland könnten sich zwei weitere Bestandteile des United Kingdom verabschieden und in der EU verbleiben – aus Groß- würde Kleinbritannien. Für die Wirtschaft sind die Folgen kaum absehbar, denn die Vorzüge der EU-Mitgliedschaft lassen sich insbesondere für Unternehmen nicht von der Hand weisen. Nun heißt es aber abwarten, was nicht allen Marktteilnehmern leicht zu fallen scheint.

Goldpreis mit Pause im Höhenflug

Es ging in dieser Woche auf über 1.370 US-Dollar für die Feinunze hinaus, bevor eine leichte Beruhigung einsetzte: Der US-amerikanische Aktienmarkt konnte sich ebenso wieder etwas stabilisieren, wie der US-Dollar an Stärke zulegte. Für Investoren war dies offensichtlich der Zeitpunkt, die Gewinne zu realisieren – der aktuelle Goldpreis notiert bei rund 1.350 US-Dollar je Feinunze. Das Potenzial für einen weiteren Anstieg ist jedoch da, wie auch die Rohstoff-Experten von Credit Suisse bestätigen. Sie sehen das Ziel bis zum Jahresende bei 1.500 US-Dollar für die Feinunze und begründen dies mit einem weiteren Krisenherd, der im Süden Europas zu verorten ist.

Die italienischen Banken kämpfen aktuell gegen den Kollaps, die Zuständigen streiten sich derzeit um die Instrumente, die zur Rettung zum Einsatz kommen sollten. Auf wirkliche Erfolgsgeschichten kann die EU in dieser Beziehung ja nicht verweisen, eine weitere Bankenrettung auf Kosten der Steuerzahler dürfte sich nur schwer vermitteln lassen. Die bedrohten Banken ziehen jedoch auch die europäischen Aktien in den Keller, was den Griff nach Gold wieder interessanter macht. Auch der Blick nach vorn in Richtung USA-Wahl sorgt für Verunsicherung. Bislang hält sich die FED noch bedeckt, eine klare Strategie lässt ebenso noch auf sich warten wie ein Effekt der bisherigen Geldflut. Mit einem Wort: Es ist alles für einen weiter steigenden Goldpreis angerichtet.