Aktueller Goldkurs

14.12.17, 14:17 Uhr (GMT)

1.072 Euro | 1.258 USD

Euro-Absturz – Gold mit Aufwärtstrend

Die angekündigten Turbulenzen setzen bereits ein, die Gemeinschaftswährung musste in der Nacht zum Montag einen Sturz auf unter 1,19 US-Dollar verkraften. Nicht zuletzt die Diskussionen um Griechenland verursachen immense Unsicherheiten, die den Preis für Gold nach oben treiben.

Griechenland – Ansteckungsgefahr und Euro-Kurs

Wurde in den letzten Tagen von der deutschen Regierung ein erstaunlicher Kurswechsel vollzogen, der einen Euro-Austritt von Griechenland plötzlich als verkraftbar darstellte, reagierte die asiatische Börse prompt: Der Euro fiel auf unter 1,19 US-Dollar, die Stabilisierung zeitigte bislang nur wenig Erfolg. Es kann nur vermutet werden, dass die angeführten Argumente für den Richtungswechsel, nämlich die fehlende Ansteckungsgefahr, der funktionierende ESM und die stabileren Verhältnisse in der Euro-Zone, nicht verfangen. So meldet sich auch bereits die spanische Protest-Parte Podemos zu Wort, die für das eigene Land ebenfalls einen Schuldenschnitt fordert, wie er für Griechenland aktuell diskutiert wird. Ein weiterer Kandidat könnte Irland werden, auch wenn das Land als aus der Schuldenkrise gerettet gilt.

EZB-Maßnahmen – Erfolgsaussichten umstritten

Ein weiterer Faktor, der sich destabilisierend auf die Gemeinschaftswährung auswirkt, ist das angekündigte EZB-Aufkaufprogramm von Staatsanleihen der Mitgliedsländer, was nicht nur rechtlich äußerst umstritten ist. Auch wenn die Europäische Investitionsbank zwischengeschaltet wird, lässt sich de facto doch eine Staatenfinanzierung konstatieren – die in den EZB-Statuten ausdrücklich untersagt wird. Auch die Erfolgsaussichten dieses Gelddruck-Programms werden als gering eingeschätzt, lediglich die Investoren können sich ihrer Renditen sicher wähnen. Allerdings darf ein Aspekt dieser Maßnahmen nicht außer Acht gelassen werden: Die nationalen Regierungen geben damit einen großen Teil ihrer Budget-Hoheit an die EZB ab, was wiederum für eine wachsende Verunsicherung sorgt. Profitieren werden sowohl vom billigen Euro als auch vom Ankaufprogramm in erster Linie die südlichen Mitgliedsländer, die so ihren Schuldendienst leichter tragen können.

Gold – die Aussichten werden besser

Nach einem drastischen Rücksetzer auf rund 1.173 US-Dollar je Feinunze konnte sich das Edelmetall sukzessive nach oben arbeiten und notiert aktuell bei rund 1.195 US-Dollar je Feinunze. Die Nachfragesteigerung im globalen Maßstab dürfte wegen der wachsenden Verunsicherung der Anleger einen weiteren Schub auslösen: Die griechischen Bürger haben allen Warnungen zum Trotz bereits enorme Bargeldbestände von den Banken abgehoben. Der jüngste Kurseinbruch des Euro dürfte diese Tendenz auch über die griechischen Grenzen hinaus verstärken, zumal die Wirtschaftsdaten aus der Euro-Zone alles andere als rosig ausfallen. Aber auch die US-Wirtschaft wird positiver dargestellt, als die Detail-Analyse ergibt. Für Gold entwickelt sich so ein interessantes Potenzial nach oben, da Sicherheit die Suche nach Rendite bei den Anlegern ablösen wird.