Aktueller Goldkurs

21.05.18, 22:29 Uhr (GMT)

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Draghi lässt es krachen – Quantitative Easing kommt

Nun ist es heraus, mit 60 Milliarden Euro pro Monat wird die EZB bis zum September 2016 deutlich mehr Staatsanleihen, ABS-Papiere und andere Vermögenswerte aufkaufen, als zunächst gemunkelt worden war. Im März geht es los – mit allen Risiken, die damit einher gehen.

Staatsfinanzierung wird Realität

Es hat bereits seit Wochen die Börsen zu immer neuen Höchstwerten getrieben, das Gerücht um das sogenannte Quantitative Easing, zu dem die EZB nun als letztem Instrument zur Steigerung der Inflationsrate im Euro-Raum gegriffen hat. Diese Flutung der Märkte mit frischem Geld wurde bereits 2008 von der FED in den USA eingeführt, um die Konjunktur zu beleben – die Ergebnisse dürfen als umstritten bezeichnet werden. Die EZB sah sich einigen Diskussionen im Vorfeld ausgesetzt, denn in den eigenen Statuten ist die Staatsfinanzierung untersagt – trotzdem wurden Mittel und Wege gefunden. Selbst die gestrige Ablehnung des niederländischen Parlamentes hat nur symbolischen Charakter, die Würfel sind längst gefallen.

Prognosen – Turbulenzen an den Börsen zu erwarten

Während die Aktien und damit die großen Indizes erneut von einem Aufwind profitieren dürften, wird sich der Euro weiter nach unten bewegen: Schon reicht ein Euro nicht mehr aus, um einen Schweizer Franken zu erhalten. Auch im Verhältnis zum US-Dollar wird die Gemeinschaftswährung weiter nachgeben, die 1,15 Euro/US-Dollar sind deutlich unterschritten. Für Edelmetalle, allen voran Gold, Silber und Platin, wird sich die Nachfrage verstärken, schon in den letzten Tagen konnten deutliche Gewinne verbucht werden. Die Ursache lag in der überraschenden Entscheidung der Schweizer Nationalbank begründet, die eigene Währung vom Euro abkoppeln zu wollen. Nicht zuletzt die heute beschlossenen Maßnahmen dürften dabei entscheidend gewesen sein.

Zwar gab es gestern beim Goldpreis, der zwischenzeitlich die 1.300 US-Dollar je Feinunze schon nach oben durchbrochen hatte, einige Rücksetzer, diese waren aber wohl den Gewinnmitnahmen nach dem rasanten Gewinn geschuldet. Nun erhält die sichere Geldanlage Gold wieder Aufschub, denn die Unsicherheiten steigen weiter: Die Aktien- und Anleihe-Märkte dürften sich weiter aufheizen, Blasen werden immer größer – und damit bedrohlicher.

Andererseits darf die am Sonntag stattfindende Parlamentswahl in Griechenland nicht aus dem Auge verloren werden: Der nächste Dämpfer für die Gemeinschaftswährung könnte aus dem Süden der EU kommen. Die bereits weit im Vorfeld über die griechischen Grenzen hinaus geführten Spekulationen und Diskussionen um einen Austritt aus der Währungsunion hat neue Nahrung erhalten: Sollte die Gemeinschaft einem drastischen Schuldenschnitt und einer Neuverhandlung der Rückzahlungsmodalitäten nicht zustimmen, ist alles möglich – höchste Zeit, sich mit physischem Gold in handlichen Stückelungen einzudecken.