Aktueller Goldkurs

19.10.18, 19:49 Uhr (GMT)

1.054 Euro | 1.226 USD

Die US-Zinsen steigen, der Goldpreis fällt – oder?

Die US-Notenbank hat das Signal geliefert – zumindest ein wenig: Die Zinsanhebung um 0,25 Prozentpunkte wurde allgemein als Zinswende eingeschätzt, zumal Janet Yellen weitere Anpassungsschritte angekündigt hat. Wie erwartet reagierten die Märkte – allerdings überraschend moderat.

Euro und Goldpreis unter Druck

Kurz vor der Pressekonferenz der FED legte Gold zunächst noch einmal zu und stieg bis auf 1.077 US-Dollar für die Feinunze. Auch in den ersten Stunden nach der Verkündung der Zinsanhebung geschah noch nicht viel, erst am Donnerstag rutschte der Goldpreis auf 1.050 US-Dollar je Feinunze – die er bisher kräftig verteidigt. Auch der US-Dollar konnte gegenüber der Gemeinschaftswährung nur begrenzt profitieren: Während die FED ihre Entscheidung verkündete, touchierte der Euro nochmals die 1,10 im Verhältnis zum US-Dollar und fiel auch in der Folge kaum unter 1,08. Sowohl die Gemeinschaftswährung als auch das Edelmetall scheinen auf kräftige Unterstützungen bauen zu können, die weitere Entwicklung bleibt nun abzuwarten.

Die Märkte nach der Zinsentscheidung

Konnte der DAX zunächst zulegen, musste der Dow Jones Federn lassen – eine logische Folge der Zinsanhebung: Investoren fürchten die höheren Kosten. Nicht zu vernachlässigen sind die extrem niedrigen Ölpreise, angesichts der hohen US-Lagerbestände gab es hier nochmals einen Rückgang. Es muss sich nun zeigen, ob sich die vielfältigen Interventionen der Zentralbanken wirklich als Impulsgeber für die Wirtschaft eignen, die in allen Regionen deutliche Schwächen aufweist – Deflationsgefahr inklusive. Alles in allem wären somit für den Goldpreis keine optimalen Voraussetzungen gegeben, wenn nicht die allgemeine Unsicherheit permanent steigen würde: Die Zinsanhebung entzieht den großen Blasen, vor allem auf dem Anleihemarkt, zwar sukzessive die Luft, aber nur sehr langsam. Das Potenzial für böse Überraschungen ist nach wie vor sehr hoch, nicht zuletzt die geldpolitischen Maßnahmen zur Schwächung der jeweils eigenen Währung sorgen regelmäßig dafür.

Die Aussichten für Gold

Es bleibt spannend, denn Experten hatten die Marke von 1.057 US-Dollar je Feinunze als wichtige Unterstützungslinie vorgegeben: Sollte diese unterschritten werden, wurde ein deutlicher Absturz befürchtet. Nun zeigen sich die 1.050 US-Dollar für die Feinunze trotz aller Gewinnmitnahmen als stabil – Tendenz steigend. Schafft es das Edelmetall wieder auf 1.080 US-Dollar je Feinunze, stehen die 1.090 US-Dollar zum Test an. Damit erweist sich das Edelmetall auch angesichts der Zinsanhebung in den USA als stark und zuverlässig – allen Unkenrufen zum Trotz. Da die Nachfrage in dieser Zeit insbesondere aus dem asiatischen Raum traditionell hoch ist, wartet vielleicht noch eine Weihnachtsüberraschung auf Anleger, denen die Sicherheit des Edelmetalls über Rendite geht.