Aktueller Goldkurs

21.07.17, 22:59 Uhr (GMT)

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Die Gold-Bullen sind los: Experten sehen deutliches Aufwärtspotenzil

Um rund 20 US-Dollar je Feinunze konnte der Goldpreis in den letzten Tagen zulegen. Diese Gelegenheit ließen sich einige Investoren nicht entgehen und realisierten ihre Gewinne. Allerdings erwies sich die Aufwärtsbewegung als stark genug, um die Rücksetzer wieder auszugleichen. Für Experten ist die Richtung klar, sie sehen ein enormes Potenzial für das Edelmetall.

Goldpreis wehrt sich erfolgreich gegen Rücksetzer

Von 1.246 auf 1.266 US-Dollar und teilweise mehr für die Feinunze Gold ging die Reise Anfang der Woche, bevor Gewinnmitnahmen eine Korrektur auf das Niveau um 1.350 US-Dollar je Feinunze verursachten. Allerdings ist die Nachfrage so stark, dass die kritische Grenze bei 1.345 US-Dollar nur kurzzeitig durchbrochen wurde. Die 1.360 US-Dollar für die Feinunze wurden zurück erobert, was durchaus Aussichten auf mehr macht: 1.375 und in der Folge 1.400 US-Dollar je Feinunze wären rein charttechnisch möglich – auch die Experten schließen sich dieser Analyse an.

Nicht nur die Rohstoff-Experten der Credit Suisse, die den Jahresendkurs des Edelmetalls bei 1.500 US-Dollar für die Feinunze sehen, erwarten einen deutlichen Anstieg. Im “In Gold we Trust”-Report werden sogar 2.300 US-Dollar für die Feinunze als Prognose ausgegeben, sie sehen als wichtigsten Impulsgeber die Zentralbanken mit ihrer Geldpolitik. Dieser Meinung schließt sich der World Gold Council (WGC) an, der vor allem im Fehlen interessanter festverzinslicher Wertpapiere einen Grund für die verstärkte Goldnachfrage erkennen. Wegen der Aufkaufprogramme der Zentralbanken wären demnach kaum noch Staatsanleihen mit positiven Erträgen erhältlich, lediglich 17 Prozent erwirtschafteten mehr als ein Prozent pro Jahr.

US-Wirtschaft und Brexit verstärken Trend – Gold als Alternative gefragt

Die jüngste Entscheidung der Bank of England könnte demzufolge einen weiteren Aufwärtsimpuls geben: Die englische Notenbank will nämlich neben der Absenkung der Zinsen auch den Aufkauf von Wertpapieren ausweiten, um die eigene Wirtschaft, die unter den Folgen des avisierten Austritts aus der EU leidet, zu stützen. Das Angebot an bei sicherheitsorientierten Anlegern beliebten Staatsanleihen wird somit erneut verknappt. Was bleibt als Alternative? Ein Edelmetall, dessen Wert sich nicht durch Neuschöpfung verwässern lässt, für das aber auch keine Strafzinsen fällig werden und das seit Jahresbeginn eine schöne Wertsteigerung hingelegt hat: Gold.

Auch die Wirtschaftsdaten aus Übersee lassen nichts Gutes erwarten: Ein Wachstum von 2,4 Prozent für das zweite Quartal gibt keinen Anlass zur Zinserhöhung, die angesichts der Verschuldungsquote der US-Wirtschaft, die auf 350 Prozent der Gesamtleistung angestiegen ist, eine Katastrophe wäre. Im Gegenteil, es wird ein weiteres Quantitative Easing erwartet – Gold dürfte daher in den Startlöchern stehen.